Xstrata bietet 3 Milliarden Dollar für MIM-Gruppe – Analysten loben Offerte als gute Strategie
Ein neuer Bergbaugigant entsteht

Vom schweizerischen Zug über London nach Australien: Der Rohstoffkonzern Xstrata mausert sich zum Top-Spieler in der Branche. Mit der Übernahme der MIM-Gruppe will Konzernchef Mick Davis nun seine Firma als echten Rivalen zu Anglo American, BHP Billiton und Rio Tinto aufstellen. Doch noch gibt es Widerstand.

LONDON. Der britisch-schweizerische Rohstoffkonzern Xstrata Plc. will den australischen Bergbaukonzern MIM Holdings Ltd. für 2,96 Mrd. $ (2,8 Mrd. Euro) übernehmen. Xstrata-Chef Mick Davis legte gestern in London eine Offerte vor, die von Analysten als "fairer Preis" und als "gute Plattform für weiteres Wachstum" gelobt wurde. Der Kurs der seit einem Jahr in London notierten Aktie legte um rund 10 % auf 531 Pence zu. Xstrata will den MIM-Kauf weitgehend in bar bezahlen und mit einer Wandelanleihe im Wert von 1,4 Mrd. $ (Bezugsrechtsverhältnis 2 : 3) sowie mit neuen Krediten finanzieren.

Bei der MIM-Gruppe stieß die Offerte nicht nur auf Zustimmung: Managing Director Vince Gauci stellte sich offen gegen den eigenen Vorstand und sagte, der angebotene Preis sei zu niedrig. Zudem ließ Chairman Leo Tutt durchblicken, dass sein Konzern mit anderen Interessenten gesprochen hat. Vor allem die Anglo American Plc. wird als möglicher Mitbieter ins Spiel gebracht.

Marktbeobachter schließen auch politische Hürden nicht aus, da Australien ohne die MIM-Gruppe nur noch einen eigenen Bergbaukonzern - WMC Resources Ltd. - habe. WMC könnte mit einem Gegengebot ebenfalls noch die Xstrata-Pläne durchkreuzen.

Xstrata-Chef Davis erklärte dagegen, er habe bereits die Zusage der australischen Regierung bekommen. Und ein Gegengebot liege bislang nicht vor. "MIM hat sich ohne Erfolg anderen angeboten", sagte Davis. Das MIM-Management habe sich nun verpflichtet, nicht mehr aktiv nach anderen Käufern Ausschau zu halten.

Xstrata drückt zudem auf das Tempo: Die Übernahme, die bereits im November bekannt wurde, soll bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Für 2004 erwartet der Konzern bereits Kostenreduzierungen von 45 Mill. $. Vor allem in den Zentralen in der Schweiz und in Australien dürften Stellen abgebaut werden, hieß es.

Für Xstrata ist der Einstieg in Australien ein wichtiger Meilenstein. Der Konzern, der noch 1999 als Südelektra in der Schweiz auf einen Umsatz von 700 Mill. $ kam, peilt nun die 4 Mrd. $ an. "Wir verdoppeln die Größe unseres Unternehmens auf einen Schlag", sagt Davis. Zwar sei man noch weit von den Branchenriesen Rio Tinto, Anglo American und BHP Billiton entfernt. "Aber mit MIM sind wir ein Konzern von ernst zu nehmender Größe."

Analysten sehen einen positiven Effekt darin, dass Xstrata in wichtige Märkte einsteigen wird, vor allem in die Bereiche Kupfer und Blei. Bisher war Xstrata auf Kohle, Zink und Ferrochrom in Südafrika konzentriert. Mit MIM baut sich der Konzern ein neues Standbein außerhalb Südafrikas auf.

Das ist momentan besonders wichtig, denn die Regierung in Südafrika plant eine hohe Abgabe für alle Bergbaubetreiber als Ausgleich für die Geschäftspolitik unter der Apartheid. Zudem müssen in den kommenden zehn Jahren ein Viertel aller Bergbaugruben an schwarze Investoren verkauft werden. Die Branche sucht darum den leisen Ausstieg in Südafrika.

"Ich denke, unsere Aktionäre sind erfreut, dies zu hören", sagte Konzernchef Davis gestern. Denn er will mit MIM auch den Aktienkurs von Xstrata wieder nach oben bringen. Schließlich hat der Kurs seit seiner Notierung in London fast die Hälfte an Wert verloren.

Quelle: Handelsblatt

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