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Yahoo-Angebot für Hot-Jobs könnte zu weiteren Übernahmen führen

Das feindliche Übernahmeangebot der Yahoo! Inc., Santa Clara, für die US-Online-Jobbörse Hot-Jobs.com Ltd., New York, könnte – wenn akzeptiert – eine Reihe weiterer Akquisitionen von Yahoo nach sich ziehen.

vwd NEW YORK. Am Mittwoch hatte Yahoo 436 Mill. $ in bar und Aktien für die Nummer 2 unter den US-Online-Jobbörsen geboten. Dies übertrifft eine freundliche Offerte der ebenfalls an der Nasdaq gelisteten TMP Worldwide Inc., New York, die aktuell mit 410 Mill. $ bewertet wird. Das bereits im Juni bekannt gegebene Angebot wurde jedoch auf Grund von wettbewerbsrechtlichen Bedenken ausgesetzt.

Die Übernahme von Hot-Jobs würde Yahoo zu einem ernstzunehmenden Mitbewerber in der Stellenvermittlung im Internet machen, die den Angaben zufolge hohe Wachstumsraten erzielt. Bisher war das Unternehmen hier nur am Rande präsent. Was jedoch noch entscheidender ist: Yahoo könnte ihre gebührenpflichtigen Dienstleistungen ausweiten. Dies ist ein wichtiges Ziel des Unternehmens, mit dem es sich unabhängiger von den Werbeumsätzen machen will.

Werbeumsätze sind deutlich zurückgegangen

Yahoo signalisiert mit dem Angebot aber auch eine neue, aggressivere Vorgehensweise des Managements bei Akquisitionen in Bereichen, in denen sie tätig ist: Inserate für Automobile und Immobilien und Stellenanzeigen. Nach Ansicht des Analysten Mark J. Rowen von Prudential Securities braucht Yahoo weitere Übernahmen in diesen Bereichen, um ein großes und profitables Online-Kleinanzeigengeschäft aufzubauen. Noch sei Yahoo zu abhängig von den Werbegeldern, welche den Erwartungen zufolge in diesem Jahr etwa 76 % des Gesamtumsatzes ausmachen werden. Gerade die Werbeumsätze sind jedoch nach dem Platzen der Internetblase und dem zunehmenden Konjunkturabschwung deutlich zurück gegangen.

Das Unternehmen will den Anteil der Werbegelder am Umsatz schrittweise auf 50 bis 60 % zurückfahren. Die gebührenpflichtigen Dienstleistungen sollen im Gegenzug auf 40 bis 50 % gesteigert werden. Yahoo-Sprecherin Joanna Stephens hat bereits angekündigt, dass es Akquisitionen geben werde, wenn sie finanziell Sinn machten und zur Diversifizierung des Umsatzes beitrügen. In welchen Bereichen Zukäufe gemacht werden sollen, wollte Stephens hingegen nicht sagen.

John Corcoran, Analyst bei CIBC World Markets ist skeptisch, ob Yahoo den Zuschlag für Hot-Jobs bekommt. Die Idee sei jedoch gut. Yahoo habe den richtigen Weg eingeschlagen: Hin zu den Möglichkeiten des Massengeschäfts – weg von den Nischenmärkten. Reservierter äußerte sich Derek Brown von WR Hambrecht & Co. Zwar kann auch er dem Deal viel Positives abgewinnen, doch fürchtet er, das Yahoo nun des Guten zuviel tue. Dies sei eine "Art Überreaktion auf die nun als disaströs hingestellte Abhängigkeit von den Werbeeinnahmen". Aram Sinnreich von Jupiter Media Metrix nennt das Angebot im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen sogar eine "großartige Geldverschwendung".

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