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Yahoo, ick hör Dir trappsen

Yahoo engagiert Journalisten, AOL kauft Weblogs - kann diesmal gut gehen, was vor fünf Jahren scheiterte? In jenen hitzigen Tagen der neuen Wirtschaft gab es einmal ein Wirtschaftsfernsehen aus dem Hause Yahoo.

Yahoo engagiert Journalisten, AOL kauft Weblogs - kann diesmal gut gehen, was vor fünf Jahren scheiterte?


In jenen hitzigen Tagen der neuen Wirtschaft gab es einmal ein Wirtschaftsfernsehen aus dem Hause Yahoo. Nicht schlecht gemacht, aber bei den damals noch dürren Übertragungsraten eine sehr wackelige Angelegenheit.

Nachdem die Sache dann den Weg allen New-Economy-mäßigen ging, ließ sich Yahoo nur noch mit Inhalten beliefern, statt sie selbst zu produzieren. Das ist eine kluge Idee. Denn Content, wie der Niederrheiner es nennt, zu erstellen ist weit teurer, als ihn zu verteilen.

Nun aber steigt Yahoo doch wieder ein ins kreative Schreiben. Erst wurde Kevin Sites engagiert, dann neun weitere Kolumnisten. Wird das Internet-Portal damit zum Konkurrenten der klassischen Medien? Nein, nicht wirklich. Dazu ist das, was Yahoo exklusiv bietet viel zu klein. Doch der Markt wird abgetastet und das sollte den klassischen Medien zu denken geben. Wenn Sites Seite läuft, werden weitere kommen - und immer mehr den Nachrichtenbedarf der Nutzer decken.

Gleichzeitig verkaufen eben jene "alten" Medienhäuser ihre Inhalte weiter an Yahoo. Folge: Yahoo hat quantitativ mehr zu bieten als sie. Betrachtet man Zeitungen, gibt es sogar bewegte Bilder. Vergleicht man dies mit den Online-Angeboten von deutschen TV-Sendern, gibt es bei Sites die weitaus besseren Texte.

Immerhin dürften die klassischen Medien das Gefühl von mehr Kompetenz beim Nutzer erzeugen. Und warum sollte diesmal funktionieren, was mit dem Yahoo-Wirtschaftsfernsehen nicht klappt? Zum einen, weil die Technik heute besser ist. Vor allem aber, weil es heute mehr Schreiber gibt, zum Beispiel private Weblog-Autoren mit Talent. Und natürlich mehr gute freie Journalisten, denen die Medienkrise den Job gekostet hat. So wie auch andere Branchen mehr mit Freelanchern zusammen arbeiten, tun das eben auch Zeitungen, Zeitschriften, vor allem aber Radio und Fernsehen. Folge: Die Qualität der Leute steigt.

Und so merkt nicht nur Yahoo, dass da was geht in Sachen exklusive Inhalte. Offensichtlich hat AOL gerade Weblogs Inc. gekauft (gefunden im Lummaland), ein Dach mehrer Blogs, das bereits auf jährliche Werbeeinnahmen im sechsstelligen Bereich zusteuert. Man darf gespannt sein, ob die sein Geniestreich ist oder die sensible Weblog-Szene dem Projekt die Unabhängigkeit abspricht - und Weblogs Inc. auf dem Friedhof der großen Pläne neben dem Yahoo-TV landet.

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