Yen-Aufwertung könnte Exporte schwächen
Japans Elektronikriesen hoffen auf Erholung

Nach Rekordverlusten haben Japans Elektronikriesen wie Toshiba und Sharp für das laufende Geschäftsjahr die Rückkehr in die Gewinnzone versprochen. Das erste Quartal liegt bei den meisten Unternehmen offensichtlich über den Erwartungen. Doch die weltweite Konjunkturflaute und ein hoher Yenkurs werden eine weitere Erholung in den kommenden Quartalen schwerer machen.

bas TOKIO. Sony senkte seine Umsatzprognose gestern für das am 31. März endende Geschäftsjahr um knapp 3,8 % auf 7,7 Bill. Yen (rund 66 Mrd. ?). "Wir glauben, dass sich das operative Umfeld im laufenden Jahr wegen der Yen-Aufwertung und des schwachen Konsumentenvertrauens noch verschärfen und Druck auf die Profitabilität ausüben wird", sagte Konzernchef Nobuyuki Idei. Die Ertragsprognose von 280 Mrd. Yen Betriebs- und 150 Mrd. Yen Nettogewinn hielt Sony jedoch aufrecht, obwohl der Konzern jetzt von einem Wechselkurs von 115 Yen zum Dollar statt zuvor 130 ausgeht. Laut Sony soll das besser laufende Elektronikgeschäft jedoch die Wechselkurseinflüsse auffangen.

In den ersten drei Geschäftsmonaten ließen das Filmgeschäft mit dem Kinoschlager Spiderman, die Spielekonsole Playstation 2 und eine Erholung im Elektronikgeschäft den Betriebsgewinn von 3 auf knapp 52 Mrd. Yen hochschnellen. Der Umsatz stieg um 5,4 % auf 1,7 Bill. Yen. Als einziger der Elektronikriesen hatte Sony im vergangenen Geschäftsjahr keine Verluste geschrieben. Im traditionell schwachen ersten Quartal fiel aber ein Nettoverlust von gut 30 Mrd. Yen an.

Auch Sharp, Japans größter Hersteller von LCD-Bildschirmen, hat durchblicken lassen, dass der Gewinn für die ersten drei Monate höher ausfallen wird als die angekündigten 37 Mrd Yen. Präsident Katsuhiko Machida rechnet aber danach ebenfalls mit einem schwierigeren Quartal. Hitachi, der größte Elektronikbauer des Landes, soll einem Pressebericht zufolge trotz prognostizierter Verluste nächste Woche seinen ersten operativen Gewinn in fünf Quartalen präsentieren. Grund sei das gut laufende Halbleitergeschäft. Ähnlich soll das Bild bei Matsushita aussehen. Auch Toshiba, Canon, Sanyo und TDK legen in der kommenden Woche ihre Quartalszahlen vor. Fujitsu präsentiert heute seine Ergebnisse.

Analysten betonten, Grund für die Verbesserungen seien nicht nur Rationalisierungen, sondern auch die allgemeine Erholung der Halbleitersparte. Viele rechnen im Spätsommer noch einmal mit einem Nachfragerückgang. Um wieder profitabel zu werden, konzentrieren sich Japans Konzerne stärker auf Kernbereiche.

So wird NEC sein Chipgeschäft ganz ausgliedern und an die Börse bringen. Der weltweit sechstgrößte Halbleiterproduzent gilt als der finanzschwächste unter Japans Elektronikriesen. Im ersten Quartal vermied NEC nur durch den Verkauf von Aktienpaketen anderer Firmen einen Nettoverlust.

Operativ fielen bei einem fast zweistelligen Umsatzrückgang gut 7 Mrd. Yen Verlust an – rund 2 Mrd. mehr als erwartet. Ab diesem Quartal will NEC wieder Gewinne erwirtschaften. Das Management hielt an der Jahresprognose von 50 Mrd. Yen fest.

Quelle: Handelsblatt

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