Yen fällt auf 17-Monatstief gegenüber Gemeinschaftswährung
Euro laviert bei 0,90 Dollar

rtr FRANKFURT. Ungeachtet des unerwarteten Anstiegs der deutschen Industrieproduktion im Februar hat der Euro weiter um 0,90 Dollar gependelt. Die Produktionszahlen lagen mit einem Anstieg um 0,6 % zum Vormonat über den Prognosen von Analysten, die mit einem Rückgang um 0,7 % gerechnet hatten. Die meisten Anleger warten nach Händlerangaben vor weiteren Investitionen in den Euro auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch. Nach der Bekanntgabe der deutlich gesunkenen Preisdaten in Japan verlor der Yen zum Dollar mehr als ein Prozent und fiel zum Euro auf ein 17-Monatstief.

Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Kurs des Euro mit 0,9013 Dollar nach 0,8963 Dollar am Freitag ermittelt. Die US-Währung verbilligte sich damit auf 2,17 (2,18) DM. Zur japanischen Währung wurde der Euro mit 112,89 (111,52) Yen festgesetzt. Gegen 13.15 Uhr MESZ lag die Europäische Gemeinschaftswährung bei 0,9015/18 Dollar nach 0,9038/42 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar legte zum Yen auf 125,20/25 Yen zu nach dem New Yorker Schlusskurs am Freitag von 124,15/23 Yen.

Leitzinserhöhung gilt als eher unwahrscheinlich

Der Euro bewegte sich auch nach der Veröffentlichung der entgegen den Analystenerwartungen gestiegenen deutschen Produktionsdaten in engen Spannen. "Die meisten Anleger warten wahrscheinlich auf die Entscheidung der EZB, um dann zu entscheiden, ob sie stärker in den Euro investieren", sagte ein Händler. Die EZB trifft sich am Mittwoch zu ihrer nächsten Ratssitzung. Angesichts der jüngsten Produktionsdaten wird Analysten zufolge eine Leitzinssenkung in der Euro-Zone um 25 Basispunkte auf dann 4,50 % im Schlüsselzins bereits am Mittwoch unwahrscheinlicher.

Im Februar habe sich das Produktionsniveau saisonbereinigt zum Vormonat um 0,6 % erhöht, nach einem Plus von 1,5 (revidiert von 0,9) Prozent im Januar, teilte das Finanzministerium am Freitag in Berlin mit. Analysten hatten hingegen ein Minus von 0,7 % zum Vormonat prognostiziert. "Die jüngste Entwicklung wurde vor allem durch einen deutlichen Produktionszuwachs im Bauhauptgewerbe (plus 10,1 %) getragen, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Das Plus bei der Gesamterzeugung habe die alten (plus 0,7 %) und die neuen (plus 0,8 %) Bundesländer fast gleichermaßen betroffen. Analysten werteten die Zahlen als einen Beleg dafür, dass die Konjunktur in Deutschland noch immer robust sei. "Wir rechnen jedoch weiterhin mit einer Zinssenkung bei nächsten Ratstreffen der EZB", sagte Jens Dallmeyer von der Deutsche Bank Research. "Angesichts der unterschiedlichen Stimmen aus der EZB dürfte die Entscheidung jedoch knapp ausfallen."
Der Rückgang des japanischen Großhandelspreis-Index für März um die höchste Rate seit Dezember 1999 verlieh dem Yen Händlern zufolge einen Dämpfer. Der Rückgang um 0,5 % zum Vorjahresmonat verweise offensichtlich auf einen intakten Deflationstrend. "Der ganze Hintergrund für den Yen ist negativ", sagte ein Analyst. "Deflationsdruck ist für jede Volkswirtschaft schlecht."

Die zuvor veröffentlichten Auftragseingänge fielen mit einem Plus von 5,0 % zum Vormonat zwar stärker aus als die Analysten-Erwartungen von plus 3,4 %, deuteten aber Analysten zufolge nicht auf ein Ende des Abwärtstrends hin. Im Januar waren die Auftragseingänge um 11,8 % zum Vormonat gesunken. "Die rückläufigen Exporte und die anhaltende Konjunkturabkühlung in den USA haben die Produktion gedämpft, und wir erwarten, dass die Kapitalausgaben im zweiten Quartal in einen negativen Trend abrutschen", sagte ein Analyst.

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