Yen gerät an den Devisenmärkten weiter unter Druck
Euro setzt bei dünnem Handel zu einer leichten Erholung an

In dieser Woche stehen mit der zweiten Schätzung des US-Bruttoinlandsproduktes und der Veröffentlichung der Geldmenge M3 für Europa zwei Ereignisse an, die dem Euro neue Impulse geben könnten.

Handelsblatt/Reuters DÜSSELDORF. Zudem scheint mit der Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses am heutigen Montag das Possenspiel um den nächsten US-Präsidenten beendet, was für Ruhe an den Märkte sorgen dürfte. Zumindest vorläufig, denn weitere gerichtliche Schritte der Präsidentschaftskandidaten wurden bereits angekündigt. Allerdings rechnet Jürgen Pfister, Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Commerzbank, auch in dieser Woche noch mit einem schwachen Euro. Alles deute auf einen Wahlsieg Bushs hin, und das werde die Aktienmärkte in den USA beflügeln, so Pfister. Wichtig für die weitere Entwicklung des Euro sei der anstehende Gipfel in Nizza. Ohne klare Signale von diesem Treffen werde es die Währung auch in naher Zukunft sehr schwer haben.

Der Euro ging leicht gestärkt ins Wochenende. Bei dünnem Handel fehlten richtige handfeste Argumente, sagte Dorothea Herthanus, Devisenhändlerin der DG Bank. Der Euro rutschte nach einem Zwischenhoch nahezu wieder ganz auf seinen Vortagesschluss ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8436 (0,8427) $ . Der US-Dollar kostete damit 2,3184 (2,3209) DM. Auch im frühen New Yorker Handel gab die europäische Gemeinschaftswährung ihre Vormittagsgewinne wieder ab und fiel erneut unter die Marke von 0,84 $. Es gebe jedoch kein Anzeichen für eine Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) am Markt, sagten die Händler.

Ein weiterer Grund für den schwächelnden Euro sei auch, dass es keine Spekulationen über eine Zinserhöhung mehr gebe, so Pfister. Die EZB werde wohl erst nächstes Jahr wieder an der Zinsschraube drehen, glaubt er. Auch die Analysten von Schroder Salomon Smith Barney rechnen erst für 2001 mit weiteren Zinsschritten durch die Notenbank. Die jüngsten Äußerungen der EZB sowie die Prognosen der OECD und der EU-Kommission ließen diesen Schritt vermuten, heißt es.

Besonders unter Druck geriet an den Devisenmärkten am Freitag der Yen. Der Euro kletterte zum Yen kurzzeitig um über ein Prozent auf ein Drei-Wochenhoch über 94 Yen. Der Dollar erklomm ein Neun-Monatshoch und kostete in der Spitze 111,41 Yen. Analysten sagten, anhaltende politische Unsicherheit sowie Schuldenprobleme heimischer Unternehmen belasteten den Yen.

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