Yen gibt nach
Euro unverändert

Der Euro hat sich europäischen Handel am Montagvormittag in engen Spannen um 0,85 $ bewegt und zum Yen knapp über der Marke von 103,00 Yen notiert. In dieser Woche seien kaum Impulse von Konjunkturdaten aus der Euro-Zone zu erwarten. Unter Druck stehe der Euro aber nach Ablehnung des EU-Vertrages von Nizza durch die irische Bevölkerung trotzdem, sagten Händler.

rtr FRANKFURT. Insgesamt würden US-Indikatoren zu Einzelhandelsumsätzen (Mittwoch), Erzeugerpreisen (Donnerstag), Verbraucherpreisen und Industrieproduktion sowie der Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan (Freitag) abgewartet. Der Yen könnte nach Veröffentlichung eines negativen Wachstums im ersten Quartal weiter nachgeben. Das britische Pfund erholte sich von seinem 15-Jahres-Tief der vergangenen Woche.

Ein Euro kostete gegen 10.15 Uhr MESZ 0,8488/92 $ nach 0,8502/07 $ zum Handelsschluss am Freitag in New York. Zur japanischen Valuta verteuerte sich ein Euro auf 103,04/13 Yen nach rund 102,87 Yen am Freitagabend. Ein Dollar war 121,43/49 Yen nach rund 120,94 Yen in New York wert. Das britische Pfund wurde bei 1,3849/53 $ gehandelt gegenüber einem 15-Jahres-Tiefststand von rund 1,3770 $ in der vergangenen Woche.

Der Euro könne unter Umständen von schwachen Daten aus Übersee profitieren, stehe allerdings nach der Ablehnung des Vertrages von Nizza durch die irische Bevölkerungsmehrheit unter Druck, sagten Händler. Bei einer Volksabstimmung hatten sich die irischen Bürger am Freitag mehrheitlich gegen eine Zustimmung zum Vertrag von Nizza ausgesprochen.

Das finnische EZB-Ratsmitglied Matti Vanhala sagte am Sonntag, Europa befinde in einer guten Ausgangslage, um dem schwachen Wachstum in USA und Japan zu begegnen. Die Schwäche des Euro stelle keine große Inflationsgefahr für die Euro-Zone dar.

Yen belastet

Das negative Wachstum des japanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal 2001 belastete Händlern zufolge die fernöstliche Leitwährung. In Japan sank das BIP im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,2 %. Bereits im dritten Quartal des vergangenen Jahres hatte die japanische Wirtschaft einen Wachstumsrückgang, damals um 0,7 %, verzeichnet. Japans Wirtschaftsminister Heizo Takenaka sagte zu den Zahlen, er sehe keine Gefahr einer Abwärtsspirale. Allerdings werde es für die Regierung schwierig, ein Wachstum von 1,7 % im Fiskaljahr bis März 2002 zu erreichen.

"Der Yen sieht nach dem heutigen BIP verletzbar aus. In dieser Woche wird der Markt den Yen wahrscheinlich nach unten testen und auf die Fundamentaldaten schauen", sagte Hideaki Furumaya von Mizuho Trust & Banking. "Das hat bestätigt, dass die wirtschaftlichen Fundamentaldaten düster bleiben ...", sagte Daisuke Uno, Marktanalyst bei der Sumitomo Mitsui Banking Corp. Ministerpräsident Junichiro Koizumi hatte am Samstag gewarnt, die japanische Wirtschaft könne sich weiter abschwächen, wenn die Regierung ihre angekündigten Strukturreformen durchführt.

Das britische Pfund profitierte Händlern zufolge von einem Bericht der "Sunday Times", demzufolge der Euro-Beitritt Großbritanniens auf der Prioritätenliste des Finanzministers Gordon Brown eher unten angesiedelt ist. Wie die Zeitung unter Berufung auf namentlich nicht genannte Ministeriumsmitarbeiter berichtete, könnten noch Jahre bis zu einer Volksabstimmung über die europäische Einheitswährung vergehen. In der vergangenen Woche hatte das Pfund deutlich an Außenwert eingebüßt, nachdem Premierminister Tony Blair am Donnerstag mit seiner Labour-Partei zum zweiten Mal in Folge eine deutliche Mehrheit im britischen Unterhaus errang. Die konservativen Euro-Gegner erlitten eine empfindliche Niederlage.

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