Yen im Mittelpunkt des Interesses: Euro gibt nur kurzfristig nach

Yen im Mittelpunkt des Interesses
Euro gibt nur kurzfristig nach

Der US-Dollar hat am Dienstag nur kurzfristig von einem überraschend geringen Rückgang der Umsätze der US-Einzelhandelsunternehmen im Dezember um 0,1 % profitiert.

Reuters FRANKFURT. Der Euro gab dabei vorübergehend auf Kurse um 0,8911 von zuvor 0,8922 $ nach. Händlern zufolge konzentrierte sich das Interesse der Marktteilnehmer aber weiterhin mehr auf den Yen. Die erneute Forderung Chinas nach einem stabilen Yen hatte der japanischen Währung Auftrieb verliehen. Der chinesische Zentralbankchef Dai Xianglong hatte die japanische Regierung ermahnt, auf die asiatischen Nachbarn Rücksicht zu nehmen und die Stabilität des Yen zu wahren.

Den New Yorker Handel begann der Euro mit 0,8921/26 nach einer letzten Notiz am Vorabend von 0,8938/43 $. Gegen 15.30 Uhr MEZ wurde die Gemeinschaftswährung mit 0,8921/26 $ gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor in Frankfurt mit 0,8922 $ ermittelt. Im Referenzverfahren der Banken war der Euro mit 0,8915 (0,8928) $ festgelegt worden und zur japanischen Währung mit 116,78 (117,57) Yen. Die US-Valuta kostete 131,09/17 (131,98/06) Yen.



Händler überrascht von US-Einzelhandelsdaten

Händlern zufolge zeigten sich die Anleger von den US-Einzelhandelsdaten überrascht. Das US-Handelsministerium hatte berichtet, der Einzelhandel habe im letzten Monat des vergangenen Jahres 0,1 % weniger umgesetzt als im November. Dagegen hatten von Reuters befragte Volkswirte ein Minus von 1,4 % erwartet. David Mann, Volkswirt bei Standard Chartered, sagte: "Die US-Verbraucherausgaben werden in diesem Jahr nicht so stark sein, wie zuvor. Wir sehen einer Erholung der amerikanischen Wirtschaft entgegen, doch wird diese wohl nicht so stark ausfallen, wie der Markt erwartet hat".

Weiterhin belasteten nach Angaben von Händlern die Nachwirkungen der skeptischen Äußerungen von US-Notenbankchef Alan Greenspan zur US-Konjunktur den $ und gäben zu Spekulationen über mögliche weitere Senkungen der US-Leitzinsen Anlass. "Die Leute sind vorsichtig in Bezug auf die Entwicklung in den USA ... es sieht so aus, als ob wir nicht so schnell wie erwartet eine Wende in der weltweiten Wirtschaft erleben werden", sagte Richard Grace, Volkswirt bei der WestLB.



Greenspan hatte am Freitag zwar auf erste Anzeichen einer Stabilisierung der US-Wirtschaft hingewiesen, gleichzeitig aber vor weiter bestehenden konjunkturbelastenden Faktoren gewarnt. Händlern zufolge hat der Notenbankchef damit Spekulationen über weitere Zinssenkungen in den USA neue Nahrung geliefert. Viele Marktteilnehmer rechneten nun damit, dass die Fed beim Treffen ihres für die Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschusses (FOMC) am 29. und 30. Januar die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte senken wird. Im vergangenen Jahr hat die Fed ihren maßgeblichen Zielsatz für Tagesgeld um insgesamt 4,75 %punkte auf 1,75 % reduziert, um der Konjunktur neuen Schub zu verleihen.

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