Yen setzt Talfahrt fort
Schwache deutsche Wirtschaft belastet Euro

Das unerwartet langsame Wachstum der deutschen Wirtschaft hat am Donnerstag den Euro belastet.

Reuters FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung fiel gegenüber dem New Yorker Vortagesschluss um rund ein Viertel Prozent auf Kurse um 0,88 Dollar. Zeitweise rutschte der Euro sogar unter die 0,88 Dollar-Marke. Gebremst wurde der Dollaranstieg Händlern zufolge von der US-Notenbank (Fed), die in ihrem am Vorabend veröffentlichten "Beige Book" der US-Wirtschaft für den Jahresbeginn eine weiter schwache Entwicklung bescheinigt hatte. Der Yen setzte unterdessen seine Talfahrt fort.

Nach Angaben des statistischen Bundesamts in Wiesbaden ist die deutsche Wirtschaft 2001 so langsam wie seit acht Jahren nicht mehr gewachsen. Im vergangenen Jahr stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,6 Prozent nach 3,0 Prozent 2000. Dies lag etwas unter den Erwartungen der Analysten.

Zugleich erwägt die Europäische Kommission nach Zeitungsberichten angesichts eines Haushaltsdefizits in Höhe von 2,6 Prozent des BIP eine Frühwarnung, da Deutschland der Grenze von drei Prozent beim Haushaltsdefizit gefährlich nahe komme. "Deutschlands BIP-Zahlen waren leicht schlechter als erwartet. Die Presseberichte, dass eine Warnung wegen des Haushaltsdefizits ausgesprochen werden muss, können keine gute Nachricht für den Euro sein", sagte Rob Hayward, Währungsstratege bei der ABN Amro.

Im Mittelpunkt stand zudem weiterhin die Yen-Schwäche. Der Dollar im europäischen Handel auf 132,13/23 (New York 131,84) Yen. Händler erklärten dies mit der Einschätzung der Marktteilnehmer, wonach Japans Regierung eine allmähliche Schwächung des Yen wünscht. Die Bank von Japan (BOJ) nannte den schwachen Yen in ihrem Monatsbericht eine Unterstützung für die Preise und den Außenhandel. Vize-Finanzminister Haruhiko Kuroda bekräftigte zwar, Japan versuche nicht, seine Rezessionsprobleme mittels einer schwachen Währung zu lösen. Doch müsse eine Währung unausweichlich an Wert verlieren, wenn die Wirtschaft schwach sei.

Händler erwarten, dass die Yen-Schwäche auch Thema beim Japan-Besuch von US-Finanzminister Paul O'Neill am 20. Januar werden wird. Am Freitag will der US National Association-Industrieverband of Manufactures dem US-Finanzministerium seine Klagen über den starken Dollar vortragen.

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