Archiv
Youngtimer als Gebrauchsfahrzeug bedingt geeignetDPA-Datum: 2004-07-09 10:34:54

Berlin/Hannover (dpa/gms) - Immer mehr Autoenthusiasten möchten statt eines Neuwagens einen Youngtimer vom Typ Mercedes-Benz «Strich-Acht», Ford Granada oder Opel Rekord fahren. Doch viele Autos aus den siebziger und achtziger Jahren sind nur bedingt alltagstauglich.

Berlin/Hannover (dpa/gms) - Immer mehr Autoenthusiasten möchten statt eines Neuwagens einen Youngtimer vom Typ Mercedes-Benz «Strich-Acht», Ford Granada oder Opel Rekord fahren. Doch viele Autos aus den siebziger und achtziger Jahren sind nur bedingt alltagstauglich.

«Grundsätzlich sollte man sich nur ein Fahrzeug zulegen, für das die Ersatzteilversorgung gesichert ist», sagt Maik Hirschfeld, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Motorveteranen-Clubs (Deuvet) in Berlin. Dies gelte vor allem für Motor, Getriebe und Achsen, die auch noch bezahlbar sein sollten.

Nicht täuschen lassen dürfen sich Interessenten von niedrigen Anschaffungspreisen. «Der Rattenschwanz an nötigen Reparaturen kann aber richtig ins Geld gehen», sagt Bert Korporal, Sachverständiger beim TÜV Nord in Hannover. So seien 20 bis 30 Jahre alte Autos reparaturanfälliger als Modelle jüngeren Baujahrs. Auch sind laut Manfred Groß, Technikberater am ADAC-Technikzentrum in Landsberg (Bayern), die Wartungskosten höher und die Wartungsintervalle kürzer.

Das größte Problem ist aber der Rostfraß, weshalb Youngtimer möglichst in einer Garage untergestellt und nicht im Winter gefahren werden sollten. Selbst wenn äußerlich keine Rostblüten erkennbar sind, seien viele Youngtimer «vorgeschädigt». Ohne aufwendige und teure Grundsanierung lässt sich laut Groß die Korrosion nicht aufhalten. «Als Laie hat man im Allgemeinen nicht die Erfahrung, solche Roststellen zu erkennen», sagt der Experte. Er rät Interessenten, sich an einen Markenclub zu wenden. Ein versiertes Mitglied könne sich das Auto ansehen. So lasse sich auch dessen tatsächlicher Zeitwert besser abschätzen.

Ohnehin hält es Deuvet-Präsident Hirschfeld für ratsam, sich nur Youngtimer zuzulegen, für die es auch starke Markenclubs gibt. Dort könnten sich Neulinge Schraubertipps holen. Die sind eine wertvolle Hilfe vor dem Hintergrund, dass sich viele Werkstätten mit alten Fahrzeugtypen nicht mehr auskennen oder abgeben wollen.

Bei entsprechend guter Substanz und Wartung des Fahrzeugs spricht nach Angaben von Maik Hirschfeld vom Deuvet grundsätzlich aber nichts dagegen, einen Youngtimer als Alltagsauto zu fahren. Allerdings dürfe man nicht vergessen, «dass man alte Technik unterm Hintern hat.» So gibt es in den Fahrzeugen auch keine elektronischen Helfer wie ABS und ESP, weshalb mit Youngtimern sehr viel behutsamer als mit neueren Autos gefahren werden müsse.

Bevor ein Kaufvertrag für einen Youngtimer unterschrieben wird, ist es laut ADAC-Experte Manfred Groß generell ratsam, sich über das ins Auge gefasste Modell und das Hobby Youngtimer zu informieren. Die Anschaffung eines Youngtimers als Alltagsfahrzeug sei ein langfristiger Vorgang, bei dem man zunächst auch mal zu verschiedenen Clubtreffen gehen sollte, um sich über die Vor- und Nachteile klar zu werden: «In das Hobby sollte man sich nicht übereilt stürzen.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%