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Yukos: Produktionsstopp droht - Tochter soll Ölverkäufe einstellen

(dpa-AFX) Moskau - Ein Handelsverbot für die wichtigste Tochterfirma der russischen Ölgesellschaft Yukos < Yusa.MUN > hat am Mittwoch die Angst vor massiven Produktionsausfällen und einem Zusammenbruch des Konzerns geschürt. Bereits in den kommenden Tagen droht dem größten russischen Ölexporteur nach eigenen Angaben der Produktionsstopp. Ein ranghoher Yukos-Manager sagte, nächste Woche könnten die täglichen Lieferungen von 400.000 Barrel Öl nach China ausfallen. Der Ölpreis auf dem Weltmarkt stieg als Reaktion stark an.

(dpa-AFX) Moskau - Ein Handelsverbot für die wichtigste Tochterfirma der russischen Ölgesellschaft Yukos < Yusa.MUN > hat am Mittwoch die Angst vor massiven Produktionsausfällen und einem Zusammenbruch des Konzerns geschürt. Bereits in den kommenden Tagen droht dem größten russischen Ölexporteur nach eigenen Angaben der Produktionsstopp. Ein ranghoher Yukos-Manager sagte, nächste Woche könnten die täglichen Lieferungen von 400.000 Barrel Öl nach China ausfallen. Der Ölpreis auf dem Weltmarkt stieg als Reaktion stark an.

Gerichtsvollzieher wiesen den wichtigsten Yukos-Förderbetrieb Juganskneftegas an, sofort die Veräußerung von Vermögenswerten zu stoppen und somit auch den Verkauf von Öl einzustellen. Juganskneftegas in Westsibirien fördert 61 Prozent des gesamten Yukos-Öls und verfügt über 70 Prozent der Reserven.

Yukos förderte im vergangenen Jahr 591 Millionen Barrel Erdöl und exportierte drei Viertel der Produktion - 443 Millionen Barrel. Das läuft auf eine Tagesproduktion von 1,6 Millionen Barrel und Exporte von 1,2 Millionen Barrel pro Tag hinaus.

Insolvenz Erwartet

Mit der jüngsten Entwicklung habe Yukos keine andere Wahl, als in Kürze Insolvenz anzumelden, urteilte die Investmentgesellschaft Aton Capital am Mittwoch. Justizminister Juri Tschaika bestätigte, dass der bereits beschlagnahmte Förderbetrieb Juganskneftegas zur Tilgung der Steuerschuld verkauft werden soll. Gerichtsvollzieher teilten am Mittwoch mit, sie hätten bislang 15 Milliarden Rubel (427 Mio Euro) aus dem Yukos-Vermögen eingetrieben. Der Konzern muss allein für das Jahr 2000 Steuerschulden in Höhe von 99 Milliarden Rubel (2,8 Mrd Euro) begleichen.

Grund für einen Abbruch der Exporte nach China wäre die Sperrung der Yukos-Konten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Konzernmanager. Die Bahnlieferungen seien nur bis Ende kommender Woche bezahlt. China bezieht aus Russland rund 8,5 Prozent seines Öls.

Rosneft Soll Aktiva Übernehmen

Unterdessen mehrten sich Signale, dass der Staatskonzern Rosneft mit Hilfe des Kremls bei dem zu erwartenden Verkauf der Yukos-Aktiva zum Zuge kommen könnte. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern stellt Präsident Wladimir Putin in diesen Tagen die Weichen für den Ausverkauf von Yukos. Die Ernennung des engen Putin-Vertrauten Igor Setschin zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Yukos-Konkurrenten Rosneft erhöhe die Sorge, dass Yukos-Aktiva billig verkauft werden könnten, schreibt die Alfa-Bank. Auch der weltweit größte Gaskonzern Gasprom wird von einem Vertrauten Putins aus St. Petersburger Zeiten, Alexej Miller, geführt.

Die Yukos-Aktien gaben nach den drastischen Vortagesverlusten am Mittwoch um weitere gut 20 Prozent auf 2,87 Dollar nach.

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