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Yukos übt heftige Kritik an Auktion zum Verkauf von Juganskneftegas

Der russische Mineralölkonzern Yukos hat heftige Kritik an den Regierungsplänen zum Verkauf seiner Tochtergesellschaft Juganskneftegas geübt. Yukos-Chef Steven Theede sprach am Freitag von einer Zerstörung der Muttergesellschaft.

dpa-afx MOSKAU. Der russische Mineralölkonzern Yukos hat heftige Kritik an den Regierungsplänen zum Verkauf seiner Tochtergesellschaft Juganskneftegas geübt. Yukos-Chef Steven Theede sprach am Freitag von einer Zerstörung der Muttergesellschaft.

Die von der Regierung angekündigte Auktion demonstriere die Verachtung rechtsstaatlicher Prinzipien auf seiten der Regierung. Der Startpreis von 246,7 Mrd. Rubeln (6,6 Mrd Euro) sei in keinster Weise angemessen.

Die russische Privatisierungsbehörde hatte zuvor die Versteigerung des Unternehmensteils auf den 19. Dezember angesetzt. Zum Verkauf stünden 76,79 Prozent der Aktien. Nach Angaben von Kreml-Mitarbeitern gebe es auch ausländische Kaufinteressenten. Mit dem Erlös sollen die milliardenschweren Steuerforderungen der Justiz an Yukos beglichen werden.

Theede: 'Diebstahl'

"Die Regierung begeht einen Diebstahl, um eine politische Rechnung zu begleichen", sagte Theede nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Es verstoße gegen das Gesetz, wenn die Regierung zur Begleichung von Steuerforderungen Kerngeschäfte wie in diesem Fall zur Auktion bringe, anstatt mit Randgeschäften zu beginnen. Juganskneftegas sei das Herz des Konzerns.

Die russische Justiz verlangt von dem fast zahlungsunfähigen Konzern Steuern und Strafen von mehr als 13 Mrd. Euro. Der Verkauf von Juganskneftegas bedeute faktisch den Bankrott von Yukos, sagte ein Vertreter des russischen Sicherheitsapparates der Agentur RIA-Nowosti. "Die Firma wird mehr Schulden haben, als sie tilgen kann oder ihre Aktiva wert sind". Einen Tag nach der Auktion soll am 20. Dezember eine Versammlung der Yukos-Aktionäre stattfinden.

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