Zabel verteidigt Grünes Trikot
Armstrong dominiert erneut in den Bergen

Der Amerikaner Lance Armstrong hat auch die 12. Etappe der 89. Tour de France gewonnen und baute damit seine Führung in der Gesamtwertung aus.

HB PLATEAU DE BEILLE. Die Vorentscheidung ist gefallen. Als "König der Pyrenäen" hat sich Lance Armstrong im Hochgebirge den Weg zu seinem vierten Toursieg in Folge in Paris geebnet. Auch am Freitag beim Ritt über fünf Bergriesen gab Armstrong im Gelben Trikot wie am Vortag den Ton an, setzte sich an der spanischen Grenze von der Konkurrenz mit einem eindrucksvollen Solo weiter ab und feierte seinen dritten Tagessieg bei der 89. Tour de France. Bei der Zieldurchfahrt riss der ehemalige Krebspatient beide Arme in die Höhe. Die 12. Etappe über 199,5 km von Lannemezan auf das 1780 Meter hoch gelegene Plateau de Beille gewann Armstrong mit 1:03 Minuten Vorsprung vor seinem Team-Kollegen Roberto Heras und einer Sekunde mehr vor seinem ärgsten Verfolger Joseba Beloki (beide Spanien). Nach seinem Erfolg beim Prolog in Luxemburg und seinem Vortagessieg in La Mongie war Armstrong zum dritten Mal erfolgreich. Im Gesamtklassement trennen ihn jetzt 2:28 Minuten vom zweitplatzierten Beloki. Trotzdem wollte Armstrong am Freitag von einer Vorentscheidung noch nicht sprechen und wiegelte ab: "Es stehen noch viele schwierige Steigungen bevor und man ist bei der Tour nie vor Unfällen oder Stürzen gefeit."

Auf der Schlusssteigung entwickelte sich auf 15,9 km ein gnadenloses Ausscheidungsrennen, bei dem der 30-jährige Texaner der gesamten Konkurrenz ihre Grenzen aufzeigte. Sechs Kilometer vor dem Ziel in der Skistation Plateau de Beille, wo zuletzt 1998 Marco Pantani aus Italien gewonnen hatte, griff Armstrong an und sprengte die dreiköpfige Spitzengruppe mit Heras und Beloki. "Eine Demonstration der Stärke, eine Demonstration an Willen", schwärmte der zweifache Toursieger der 70er Jahre, Bernard Thevenet (Frankreich) nach der Vorstellung des Amerikaners. Neben Armstrong war wie am Donnerstag Laurent Jalabert der Mann des Tages. Nach mehreren Attacken gleich nach dem Start, an denen auch der Telekom-Routinier Udo Bölts (Heltersberg) beteiligt war, hatte sich unter sengender Sonne eine dreiköpfige Spitzengruppe mit dem Franzosen, dem Spanier Isidro Nozal und Laurent Dufaux aus der Schweiz gebildet. Vor Beginn der gefürchteten Schlusssteigung hatte das Trio noch einen Vorsprung von drei Minuten auf die ersten Verfolgergruppe.

An deren Spitze fuhr der "blaue US-Postal-Zug" Armstrongs in einem Höllentempo unter Führung von Jose-Luis Rubiero (Spanien). Seine Mannschaft (Armstrong: "Die stärkste aller Zeiten") lieferte wie am Vortag den Beweis, in den Bergen unbezwingbar zu sein. Der famose Heras, schon auf dem Weg nach La Mongie bärenstark, war wieder Armstrongs letzter Begleiter - aber nur kurz. Sechs Kilometer vor dem Ziel setzte Armstrong bei 35 Grad im Schatten zu seinem Solo an und ließ Heras und vor allem den Once-Konkurrenten Beloki hinter sich.

Der zierliche Heras, vor zwei Jahren Gewinner der Vuelta, gibt sich vorerst zufrieden mit dem Status, im Moment Armstrongs wertvollster Helfer zu sein. "Ich kann sicher einer Tages die Tour gewinnen. Aber im Moment ist Armstrong unser Chef und deshalb ist es kein Problem für mich, nur für ihn da zu sein", sagte Heras, der am Donnerstag nicht böse war, dass ihn sein Chef für die selbstlose Arbeit nicht mit dem ersten Tour-Etappensieg beschenkte. "Natürlich hatte ich daran gedacht. Aber Beloki war noch da und außerdem brauchte ich die 20 Sekunden Gutschrift für den Tagessieg", hatte Armstrong erklärt. Die 13. Etappe am Samstag über 171 km von Lavelanet nach Beziers könnte wieder etwas für Erik Zabel sein, der am Freitag sein Grünes Trikot verteidigte, das er am Vortag von dem Australier Robbie McEwen zurückerobert hatte. Zabel führt die Punktwertung jetzt allerdings nur noch um einen Zähler an, weil er am Freitag bei einer Spurtwertung gegen McEwen wieder zwei Punkte verlor.

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