Zach schwärmt: „Genial und brillant“: Lehrstunde für deutsche Puckjäger

Zach schwärmt: „Genial und brillant“
Lehrstunde für deutsche Puckjäger

Die Erfolgsserie des deutschen Eishockey-Teams beim olympischen Turnier in Salt Lake City ist beim Start in die Hauptrunde zu Ende gegangen. Nach drei Vorrunden-Siegen war die Mannschaft von Bundestrainer Hans Zach am Freitagabend beim 2:8 (0:3, 1:3, 1:2) gegen Olympiasieger und Weltmeister Tschechien chancenlos.

HB/sid PROVO. Nach der kostenlosen Lehrstunde vom Olympiasieger geriet Hans Zach ins Schwärmen. "Das war genial und brillant, das Beste, was es auf der Welt gibt auf dem Eis", meinte der Eishockey-Bundestrainer nach der 2:8-Lektion der deutschen Mannschaft gegen Tschechien: "Was die aufs Eis gezaubert haben, war beeindruckend. Das war Anschauungsunterricht für uns."

60 Minuten lang zelebrierte das tschechische Starensemble um den Weltklassetorhüter Dominik Hasek und den fünfmaligen NHL-Scorerkönig Jaromir Jagr "Eishockey von einem anderen Stern", wie Zach feststellte. Seine Schützlinge staunten zuerst, spielten dann aber ganz gefällig mit und überwanden immerhin durch Len Soccio von den Hannover Scorpions (29.) und Stefan Ustorf vom deutschen Meister Adler Mannheim (48.) zweimal den "Dominator".

"Wir haben gesehen, wie schön Eishockey sein kann", sagte Kapitän Jürgen Rumrich - ebenso beeindruckt vom Angriffswirbel des Olympiasiegers wie sein Coach. Marco Sturm, der als NHL-Profi bei den San Jose Sharks die tschechischen Puckzauberer bestens kennt, versuchte, das Positive zu sehen: "Sehr viele Spieler haben heute sehr viel gelernt."

Ein ähnliches Erlebnis erwartet der 23-Jährige auch am Sonntag (Montag, 3 Uhr MEZ) gegen den Topfavoriten Kanada, der zum Auftakt überraschend 2:5 gegen Schweden verlor. "Die kommen jetzt noch härter raus, denn sie müssen unbedingt gewinnen", mutmaßte der frühere Landshuter, der zusammen mit Jochen Hecht von den Edmonton Oilers die NHL-Fraktion im deutschen Team bildete. Der dritte Nordamerika-Profi, Torhüter Olaf Kölzig von den Washington Capitals, wird aller Voraussicht nach auch gegen Kanada fehlen. Sein Kreuzbandanriss im linken Knie ist noch nicht auskuriert.

Auch Zach rechnet gegen Mario mit einer weiteren Lehrstunde. Auf die Frage eines amerikanischen Journalisten, wie er denn gegen Kanada gewinnen wolle, antwortete der "Alpenvulkan": "I am not a magic." Um eines der ausstehenden Spiele gegen die "Ahornblätter", gegen Schweden am Montag (Dienstag, 3 Uhr) und im Viertelfinale am Mittwoch zu gewinnen, müsse "schon ein Wunder passieren", meinte Zach.

Immerhin stellte der Chefocach des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) mit einer gewissen Zufriedenheit fest, dass die Niederlagen gegen die Großen zu seiner aktiven Zeit noch deutlicher ausgefallen seien: "Da kam der Xaver Unsinn in die Kabine und sagte: "Buam, passt auf, dreimal sieben ist 21.' Da lagen wir nach dem ersten Drittel schon 0:7 gegen die Russen zurück." So lobte Zach trotz der deutlichen Niederlage seine Schützlinge: "Im Großen und Ganzen bin ich mit der Leistung zufrieden." Allerdings fürchtet der Bundestrainer um die Psyche seiner Spieler: "Wenn noch öfter so eine Lawine über sie hereinbricht, dann wird es schwierig, sie wieder aufzurichten."

Das deutsche Team gehörig durcheinander wirbelte vor allem Geburtstagskind Jagr, der 30 Jahre alt wurde und mit zwei Toren (4., 39.) und zwei Vorlagen feierte. Petr Sykora (14.), Milan Hejduk (17.), Martin Havlat (28.), Robert Lang (34., 59.) und Patrick Elias (54.) gratulierten mit den übrigen Treffern.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Bei der Weltmeisterschaft 2001 vor eigenem Publikum hatte das deutsche Team den Tschechen noch ein 2:2 abtrotzen können, diesmal zeigte die Mannschaft von Josef Augusta ihrem Gegner die Grenzen auf. Vor 6 303 Zuschauern in der Peaks Ice Arena nutzte Superstar Jaromir Jagr (4.) von den Washington Capitals gleich die erste Gelegenheit zum 1:0. Der Münchner Christian Künast, bis zur 30. Minute für Stammkeeper Marc Seliger zwischen den Pfosten, musste danach weitere Tore durch Petr Sykora (14.) und Milan Hejduk (17.) schlucken. Martin Havlat (28.), Robert Lang (34.), wieder Jagr (39.), Patrik Elias (54.) und Robert Reichel (59.) erzielten die weiteren Tore für die Tschechen, die sich auch vom dritten Turnier-Treffer des Hannoveraners Leonard Soccio (29.) zum 1:4 und dem 2:6 durch den Mannheimer Stefan Ustorf (48.) nicht beeindrucken ließen.

Ihr zweites Spiel in der Gruppe C bestreitet die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Sonntag (24 Uhr) gegen Kanada.

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