Zach warnt vor Euphorie
Deutsche Puckjäger wie erlöst

Nach dem Kraftakt gegen Kasachstan hörte man im DEB-Team gleich reihenweise die Felsbrocken von den Herzen fallen. Ganz besonders bei einem: NHL-Startorwart Olaf Kölzig erwies sich als der erwartete Rückhalt - auch dank Nachhilfeunterreicht bei Torwart-Oldie Bernhard Engelbrecht.

HB PRAG. Nach dem ersten WM-Sieg seiner glanzvollen Karriere atmete Olaf Kölzig erstmal tief durch. "Ich war sehr nervös. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch", gab der NHL-Star nach dem mühsamen 4:2-Auftakterfolg der deutschen Nationalmannschaft in Prag gegen Kasachstan zu: "Aber das muss so sein, sonst bin ich nicht richtig wach. Jetzt habe ich endlich mein erstes WM-Spiel gewonnen."

Der Weltklassetorhüter der Washington Capitals, vor vier Jahren als bester Goalie der NHL ausgezeichnet und mit 6,25 Mill. Dollar Jahressalär einer der Topverdiener, hatte lange auf dieses Erfolgserlebnis gewartet: 1997, als er zuletzt im WM-Tor stand, war seine Bilanz mit vier Niederlagen in vier Spielen niederschmetternd. Gegen Aufsteiger Kasachstan verdiente sich der 34-Jährige mit einer fehlerlosen Leistung den persönlichen Erfolg und verhalf der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zu einem gelungenen WM-Auftakt.

WM-Sieg Nummer zwei für "Olie the Goalie" soll bereits am Montag (16.15 Uhr/live im DSF) gegen die ebenfalls unbequemen Letten folgen - damit würde der Viertelfinalist der vergangenen drei Jahre das Weiterkommen in die Zwischenrunde bereits endgültig perfekt machen. "Sie haben ihr Auftaktspiel 1:3 gegen Tschechien verloren und müssen unbedingt gewinnen, das wird ein großes Spiel", meinte der NHL-Profi, der keine guten Erinnerungen an die Balten hat: 1997 ging die DEB-Auswahl mit 0:8 unter, Kölzig löste im letzten Drittel Peppi Heiß im Tor ab. "Sie haben uns damals richtig verprügelt."

Damit er in Prag nicht wie vor sieben Jahren in Finnland eine Pleite nach der anderen erlebt, hat der NHL-Star Nachhilfestunden beim Ex-Nationaltorwart Bernhard Englbrecht genommen. "Ich habe in den letzten Tagen viel mit ihm trainiert", berichtete Kölzig: "Er hat mir gezeigt, wie ich mich auf der größeren Eisfläche verhalten muss." Es hat sich gelohnt: Kölzig bot - anders als bei der verpatzten Generalprobe gegen die USA (0:4) - eine fehlerlose Leistung und verhinderte mehrmals einen Rückstand gegen den frechen Aufsteiger.

Dass die deutsche Mannschaft zum vierten Mal in Folge mit einem Sieg in die WM startete, hatte sie auch ihrem zweiten NHL-Star zu verdanken: Stürmer Jochen Hecht erzielte nicht nur die zwischenzeitliche 2:1-Führung (38.), sondern war auch Dreh- und Angelpunkt im deutschen Spiel und wurde zu Recht als bester Akteur ausgezeichnet. "Ich will Verantwortung übernehmen, dafür bin ich hier", sagte der 26-Jährige, der bei den Buffalo Sabres gerade die beste Saison seiner NHL-Karriere absolviert hat, selbstbewusst. Dieses Selbstbewusstsein versucht der Ex-Mannheimer, der 1998 zuletzt auf WM-Eis gestanden hatte, seinen Kollegen weiterzugeben. "Ich kenne viele Spieler noch von früher. Sie sind alle viel besser geworden", lobte Hecht, "man kann mit ihnen hier viel erreichen." Im gleichen Atemzug warnt er jedoch vor dem nächsten Gegner. "Lettland wird genauso schwer. Die werden versuchen, es spielerisch zu gewinnen, wir müssen es kämpferisch gewinnen."

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