Zaghafte Euro-Begeisterung
Kein Sommermärchen?

Wenige Tage vor Beginn der Euro in Österreich und der Schweiz hält sich die Euphorie in den Alpenrepubliken in Grenzen. Meinungsforscher machen mangelndes Vertrauen in die Qualität der Mannschaften für die zurückhaltende Stimmung der Gastgeber verantwortlich. Warum das Event an einem Teil der Bevölkerung einfach spurlos vorbeigeht.

HB WIEN. Das große EM-Werbebanner auf dem Riesenrad im Wiener Prater hielt nur ein paar Tage. Dann musste es wegen des Sturmtiefs "Emma" abgenommen werden. Seitdem steht die Wiener Sehenswürdigkeit ohne Fußballschmuck da. Vielen Österreichern ist das wie auch das ganze Turnier ziemlich "wurscht", wie Meinungsumfragen belegen. Auch die Nachbarn in der Schweiz scheinen kurz vor dem EM-Anpfiff am 7. Juni noch nicht vom Fußballfieber erfasst zu sein. "Kein Sommermärchen?", fragen alpenländische Medien bereits.

"Die Stimmung könnte besser sein, war aber auch schon mal deutlich schlechter", formuliert es die Meinungsforscherin Karin Cvrtila von der Österreichischen Gesellschaft für Marketing diplomatisch. Nach ihren Umfragen interessiert sich knapp die Hälfte der Österreicher überhaupt nicht für das Turnier im eigenen Land, weitere 20 Prozent sind sogar davon genervt, knapp 30 Prozent freuen sich darauf. "Man kann das auf keinen Fall mit der WM damals in Deutschland vergleichen", sagt sie.

Ihr Kollege Christian Dominik von Makam Market Research ist etwas zuversichtlicher. "Die positive Grundstimmung ist da", sagt er. Sein Institut macht seit einem Jahr eine wöchentliche repräsentative Umfrage zur Haltung der Österreicher zur EM und hat Verbesserungen festgestellt. Noch vor mehreren Monaten hielt die Mehrheit der Menschen den deutschen WM-Slogan "Zu Gast bei Freunden" für das aktuelle EM-Motto, gerade mal drei Prozent der Befragten kannten die Maskottchen Trix und Flix. Kurz vor Turnierbeginn hat sich das nach Angaben von Dominik gebessert, etwas mehr als die Hälfte der Menschen haben eine "grundsätzlich positive" Haltung zum Fußball-Event. Doch sagt auch er: "An einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung geht die EM vorbei."

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