Zahl der BAföG-Empfänger rückläufig
Geld vom Staat für das Studium: Wann gibt es BAföG?

ddp-vwd/mr BERLIN. Der Staat fördert seit Jahren die Studienfinanzierung über das so genannte Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Ziel ist es, auch Kindern aus einkommensschwachen Familien eine Ausbildung an Universität, Hoch- oder Fachhochschule zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren ging die Zahl der BAföG-Bezieher allerdings kontinuierlich zurück. Erhielten 1997 noch gut 350 000 Studierende eine Förderung, waren es 1998 nur 334 000. Der Rückgang wurde vor allem darauf zurückgeführt, dass die Einkommensgrenzen für einen BAföG-Anspruch zu niedrig angesetzt waren. Zudem lohnte sich das komplizierte Antragsverfahren für viele Studenten wegen der häufig nur geringen Fördersumme kaum.

Das neue BAföG: "Einfach, besser, mehr"

Um den rückläufigen Trend zu stoppen, wurde von der rot-grünen Bundesregierung das so genannte neue BAföG auf den Weg gebracht, das mit den Schlagworten "einfach, besser, mehr" wirbt. Maßgebliche Kriterien für eine Förderung sind Alter und Einkommen des Studierenden sowie Einkommen und familiäre Verhältnisse der Eltern. So wird ein Erststudium dann gefördert, wenn der Studierende das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Zusätzlich zum BAföG dürfen monatlich 630 Mark verdient werden, ohne dass der Förderbetrag sinkt.

Die Förderung wird in der Regel zur Hälfte als Zuschuss, zur anderen Hälfte als unverzinsliches Staatsdarlehen gewährt. Die Höhe der BAföG-Förderung ergibt sich, wenn von dem individuellen Bedarfssatz das anzurechnende eigene Einkommen sowie das anrechenbare Einkommen der Eltern und eventuell des Ehegatten abgezogen werden. Das verfügbare Netto-Einkommen der Eltern (ohne Kindergeld) bleibt bis zu einer Höhe von 2 760 DM anrechnungsfrei, bei Alleinstehenden bis zu einer Höhe von 1 840 DM. Für jedes Kind, das keine Ausbildungsförderung erhält, werden 830 DM angerechnet.

Vom Einkommen der Eltern bleiben nach Abzug dieser Grundfreibeträge weitere 50 Prozent anrechnungsfrei sowie für jedes Kind, für das ein Freibetrag gewährt wird, weitere 5 Prozent. Der nach Abzug aller Freibeträge verbleibende Betrag ist der Anrechnungsbetrag, den die Eltern nach dem BAföG für die Finanzierung der Ausbildung ihres Kindes aufwenden können und der vom BAföG-Satz (maximal 1 140 DM) abgezogen wird.

BAföG gibt es nur für die Dauer der Regelstudienzeit

BAföG wird allerdings nur für die Dauer der Regelstudienzeit gezahlt, die an Fachhochschulen zwischen sieben und acht und an Universitäten bei neun Semestern liegt. Die zeitliche Begrenzung bleibt auch dann bestehen, wenn nicht während der gesamten Studienzeit BAföG bezogen wurde. Wer also ein Semester ohne Förderung studiert hat, kann dieses Semester nicht an die Regelstudienzeit "anhängen". Allerdings gibt es auch Ausnahmen, etwa bei krankheitsbedingter Studienunterbrechung. Wer BAföG beantragen will, muss sich an das Amt für Ausbildungsföderung der jeweiligen Universität oder Hochschule wenden. Antragsformulare und detaillierte Informationen gibt es auch im Internet unter den Adressen
www.bafoeg.bmbf.de und
www.studentenwerke.de

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert nicht nur ausführlich über das neue Förderungsgesetz, sondern bietet auf seinen Seiten auch noch einen BAföG-Rechner, der jedem Interessierten genau vorrechnet, ob er Anspruch auf die Finanzspritzen hat oder nicht.

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