Zahl der Beschäftigten fällt unter 1 800
Telekom-Ausrüster Marconi baut weitere Stellen ab

Der Telekommunikations-Ausrüster Marconi sieht sich wegen des schwierigen Marktes auch in Deutschland zu weiteren drastischen Stellenstreichungen gezwungen.

HB/dpa BACKNANG. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 2002/2003 (31. März) solle die Zahl der Arbeitsplätze um rund 600 auf deutlich unter 1 800 sinken, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Marconi Communications GmbH (Backnang), Jürgen Beer, am Dienstag. Er bestätigte damit einen Bericht der "Stuttgarter Zeitung" (Dienstagsausgabe).

Betroffen seien alle vier großen Standorte Backnang, Offenburg, Radeberg (Sachsen) und Frankfurt/Main. Es werde dabei auch Entlassungen geben. "Das lässt sich nicht vermeiden", sagte Beer. Außerdem sei weiterhin geplant, Teile der Produktion in Offenburg mit etwa 250 Beschäftigten zu veräußern. Die Gespräche mit Investoren laufen bereits seit mehreren Monaten. "Es zieht sich", gestand Beer. "Es ist schwierig, in diesem Umfeld einen Verkauf zu bewerkstelligen." An eine Schließung des Werks sei aber nicht gedacht.

Der Stellenabbau bei Marconi hatte zunächst in der Produktion begonnen und umfasst nun auch die Bereiche Vertrieb und Entwicklung. Zahlreiche Mitarbeiter stimmten einer Kürzung von Arbeitszeit und Gehalt zu und verhinderten damit weitere Streichungen. Zum Abfang des Personalabbaus sind an mehreren Standorten Beschäftigungsgesellschaften geplant.

Der Umsatz von Marconi Deutschland, der zweitgrößten europäischen Landesgesellschaft nach Großbritannien, sank im vergangenen Geschäftsjahr um 20 % auf 570 Mill. Euro. In diesem Jahr werde der Rückgang noch höher ausfallen, meinte Beer. "Ich sehe keine Wende. Unsere Auftraggeber, die Netzbetreiber, haben riesige Probleme." Wegen ihrer hohen Schulden hätten die Telefongesellschaften die Investitionen zurückgeschraubt. Beim Konkurrenten Alcatel SEL sieht die Lage ähnlich aus. Dort sollen in Deutschland 2003 weitere 1 400 Stellen oder fast ein Fünftel aller Jobs gestrichen werden.

Marconi mit Zentrale in London stellt Netzwerktechnik für Telekommunikation und Internet her. Die finanziell angeschlagene Muttergesellschaft stimmte im Sommer einer Restrukturierung zu, bei der die Gläubiger fast alle Anteile erwerben. Die deutsche Tochter ist aus der früheren Telekom-Sparte öffentliche Netze des Kraftfahrzeugtechnik- und Elektrokonzerns Bosch hervorgegangen.

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