Zahl der Börsenplätze für den Handel der Siemens-Aktie soll reduziert werden
Siemens-Finanzvorstand verspricht weitere Ergebnisverbesserungen

MÜNCHEN. Der Siemens-Konzern ist mit dem derzeitigen Ertragsniveau nicht zufrieden und will die Gewinne weiter deutlich nach oben bringen. "Unser wichtigstes Ziel bleibt weiterhin die operative Verbesserung der Bereiche. Wir wollen die Renditelücken zu den Wettbewerbern schließen", betonte Heinz-Joachim Neubürger, Finanzvorstand des Konzerns, im Gespräch mit dem Handelsblatt, im Vorfeld der am Donnerstag statt findenden Hauptversammlung.

Im ersten Quartal 2000/01 (30.9.) hatte Siemens zwar insgesamt einen Gewinnsprung von 32 % präsentiert. Einige der 13 Siemens-Geschäftsfelder waren zuletzt in Bezug auf den Ertrag aber noch weit hinter der internationalen Konkurrenz. Das gilt insbesondere für die Bereiche Netzwerke (ICN), Verkehrstechnik, Automobiltechnik, aber auch Energieerzeugung oder IT-Beratung (Siemens Business Services).

Mit der Notierung an der New Yorker Börse sei das Zehn-Punkte-Programm, mit dem vor über zwei Jahren der Umbau des Konzerns in Angriff genommen wurde, zwar formal abgeschlossen. Die Bemühungen zur Effizienz- und Ertragssteigerungen würden aber weiter gehen, meinte Neubürger.

Die Vorbereitungen für den Gang an die New York Stock Exchange am 12. März laufen auf Hochtouren, teilte Neubürger weiter mit. Weitere Notierungen an anderen Börsenplätzen schloss er aber aus. "Wir werden die Notierungen unserer Aktie eher bereinigen als weiter ausbreiten, schon alleine aus Kostengesichtspunkten. Ich denke die Erfahrung von Epcos und Infineon mit der Beschränkung auf die Börsenplätze Frankfurt und New York sind gut", sagte Neubürger. Derzeit wird die Siemens-Aktie neben Frankfurt und den deutschen Regionalbörsen in London, Amsterdam, Brüssel, Paris, Zürich und Wien gehandelt.

Die Siemens-Aktie litt zuletzt unter der Schwäche bei Technologieaktien. Am Freitag rutschte Siemens auf unter 143 Euro ab. Das Hoch war vor einem Jahr bei etwa 195 Euro erreicht worden. Die geplanten Verbesserungen der Rendite werde auch der Entwicklung der Siemens-Aktie gut tun, erwartet Neubürger. "Siemens ist gerade im Vergleich zu General Electric (GE) derzeit eklatant unterbewertet", fügte der Finanzchef an. So wird Siemens derzeit an der Börse mit knapp 90 Mrd. Euro bewertet, US-Konkurrent GE dagegen mit 475 Mrd. $. Auch wenn GE einen mehr als doppelt so hohen Umsatz erwirtschaftet, gelten die beiden Konzerne als vergleichbar. Neubürger glaubt nicht, dass der Münchener Konzern angesichts der relativ niedrigen Börsenbewertung zu einem Akquisitionsziel werden könnte. "Wir sind das Gegenteil von einem Übernahmekandidaten. Wir haben zur rechten Zeit unsere Kraft wieder gewonnen", betonte der ehemalige Investmentbanker.

Auf der Hauptversammlung sollen die Aktionäre unter anderem über ein Aktienrückkauf-Programm abstimmen. Siemens will künftig Infineon-Anteile gegen Siemens-Aktien tauschen und die eigenen Aktien dann einziehen. "Wir sind nicht unter Zeitdruck", sagte Neubürger zum geplanten Abbau der Infineon-Beteiligung. Derzeit hält Siemens noch gut 70 % an der Chiptochter.

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