Zahl der Delikte 1999 um sieben Prozent gestiegen
Banken warnen vor Anlagebetrügern

Um mindestens 740 Mill. DM wurden Geldanleger im letzten Jahr betrogen. Doch die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher, weil viele geprellte Anleger sich nicht bei den Behörden melden.

ap BERLIN. Vor immer skrupelloseren und trickreicheren Anlagebetrügern hat der Bundesverband der deutschen Banken gewarnt. Die Interessenvertretung der privaten Geldinstitute gab am Mittwoch in Berlin bekannt, dass die Zahl der Betrugsdelikte im vergangenen Jahr gegenüber 1998 um 7 % auf 16 510 Fälle angestiegen sei. Die Schadensumme belief sich nach diesen Angaben auf 740 Mill. DM.

Allerdings sind die erfassten Betrugsfälle laut Bankenverband "nur die Spitze des Eisbergs". Die Dunkelziffer der nicht polizeibekannten Fälle liege weitaus höher, weil viele geprellte Anleger sich nicht bei den Behörden meldeten. Wer den Betrug anzeige, habe zwar gute Chancen, dass er aufgeklärt werde, doch kaum Aussicht auf Entschädigung. "Die meisten der Opfer sehen ihr Geld nie wieder", so der Bankenverband.

Sieben Tipps, wie man Verluste vermeidet

Deshalb raten die Geldinstitute zu um so größerer Vorsicht. In einem Sieben-Punkte-Katalog verweisen sie auf die gängigsten unseriösen Praktiken, vor denen sich die Anleger hüten sollten:

- Wenn Anbieter Kundenkontakte telefonisch knüpfen wollen, ist dies nicht nur höchst verdächtig, sondern auch gesetzlich verboten.

- Alle Renditeversprechungen, die über fünf Prozent liegen, sind höchstwahrscheinlich unseriös und sollten genau geprüft werden.

- Wird eine "Bankgarantie" als hoch rentable Kapitalanlage angeboten, sollte man davon die Finger lassen. Viele dieser Garantien sind Fälschungen, die versprochenen Sicherheiten auf einem "zweiten Kapitalmarkt" sind erlogen. Einen "zweiten Kapitalmarkt" gibt es nicht.

- Vorsicht bei hohen Provisionen: Der eigene Gewinn spielt beim Anbieter offenbar eine größere Rolle als der des Kunden.

- Werden exotische Länder als Geschäftssitz des Vertragspartners angegeben, können rechtliche Ansprüche nur schwer durchgesetzt werden. Die Werbung mit ausländischen Steueroasen ist ist meist nur ein Köder für Gutgläubige.

- Setzt der Anbieter vermeintlich hoch gewinnträchtiger Geschäfte den Kunden unter Zeitdruck, ist oft etwas faul. Übereilte Entscheidungen führen häufig auf die Verluststraße.

- Um potenzielle Anleger in Sicherheit zu wiegen, schütten gewiefte Betrüger aus einem ersten Kontrakt stattliche Gewinne aus. Zumeist wird dem Kunden danach aber ein neues Angebot unterbreitet, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch auf solche Offerten sollte man sich nicht einlassen.

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