Zahl der Haiattacken steigt weltweit
Haie greifen sechs Surfer vor Floridas Küste an

Angriffe von Haien auf Surfer vor der Küste Floridas sorgen in den USA für Panik. Am vergangenen Wochenende wurden bei einem Surfwettbewerb in New Smyrna Beach sechs Menschen von Haien gebissen, wie die Behörden vor Ort mitteilten.

afp WASHINGTON. Am Sonntag gerieten mehrere Surfer in einen Schwarm der Meeresräuber, drei von ihnen wurden in Waden und Füße gebissen. Nach Krankenhausangaben waren die Verletzungen nicht lebensbedrohlich. Am Samstag waren drei andere Wassersportler von Haien attackiert und ebenfalls leicht verletzt worden. Die Behörden in Florida hatten Hai-Alarm ausgelöst, nachdem ein Tier Anfang Juli einem achtjährigen Jungen den Arm abgerissen hatte, der seitdem im Koma liegt. Nach Angaben der Universität von Florida stieg die Zahl der weltweiten Attacken von 58 im Jahr 1999 auf 79 im vergangenen Jahr. Rund die Hälfte der Angriffe wurde in Florida verzeichnet.

An dem traditionellen Surfwettbewerb bei Ponce Inlet nahmen nach Behördenangaben etwa 120 Sportler teil. Der stellvertretende Polizeichef von New Smyrna Beach, Joe Wooden, sprach von "sehr ungewöhnlichen" Hai-Attacken: "Aus irgendeinem Grund beißen die Haie plötzlich Menschen." Meeresbiologen erklären den Anstieg der Angriffe mit der wachsenden Bevölkerung in der Küstenregion Floridas. Immer mehr Menschen machten zudem Wassersport, sagte Rocky Strong, Haiexperte und Regisseur für Unterwasserfilme, dem Fernsehsender Discovery.

Für Entsetzen sorgte Anfang Juli der Angriff eines Hais auf den kleinen Jessie Arbogast: Beim Baden im knietiefen Wasser vor Pensacola am Golf von Mexiko riss das Tier ihm den rechten Arm ab. Jessie verlor so viel Blut, dass er seitdem mit Gehirnschäden im Koma liegt. Einen Monat später wurden zwei US-Urlauber auf den Bahamas attackiert; einem New Yorker Investmentbanker musste danach ein Bein amputiert werden. Erst vergangene Woche zeigte das US-Fernsehen die Bilder von mehreren hundert Haien, die in den seichten Gewässern vor Tampa und Sarasota in Florida aufkreuzten.

Angesichts der sich ausbreitenden Angst vor Haien warnen Wissenschaftler vor übertriebener Panikmache durch die Medien. So erinnerte der US-Forscher George Burgess daran, dass Bienen, Wespen und Schlangen jedes Jahr weitaus mehr Menschen töteten als Haie. In den USA sei die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz tödlich getroffen zu werden, 30 Mal höher als eine Haiattacke.

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