Zahl der Klagen ist um 31 Prozent gestiegen: US-Aktionäre ziehen immer öfter vor den Kadi

Zahl der Klagen ist um 31 Prozent gestiegen
US-Aktionäre ziehen immer öfter vor den Kadi

Bilanzskandale wie bei Enron und die anhaltende Baisse führt offenbar dazu, dass immer mehr Aktionäre gegen ihr Unternehmen juristisch vorgehen. Allein die Klagen von US-Anteilseignern sind im vergangenen Jahr um 31 % gestiegen.

Bloomberg NEW YORK. Die beklagten Gesellschaften haben die Rekordsumme von 1,9 Bill. Dollar an Marktwert verloren. Nach einer Studie von Cornerstone Research müssen sich derzeit 224 Unternehmen vor Gericht wegen des Vorwurfs des Aktienbetrugs verantworten.

"Bei den Klagen, die heutzutage eingereicht werden, geht es in der erster Linie um die Bilanzierung", berichtet Joseph A. Grundfest, früher Kommissar bei der US-Börsenaufsicht SEC und heute Professor.

3 % der an den US-Börsen notierten Unternehmen wurden 2002 des Wertpapierbetrugs angeklagt - unter anderem AOL Time Warner, Vivendi Universal, Bristol-Myers Squibb Co. und Martha Stewart Living. Das ist ein Rekordwert, seitdem 1995 das amerikanische Recht für Wertpapierklagen überarbeitet wurde.

Drei Branchen standen dabei im Zentrum der Klagen: Kommunikation, nicht konjunkturabhängige Konsumgüter und Finanzen. Der Technologiesektor wurde am vierthäufigsten verklagt. Es sind also beileibe nicht nur die High-Tech-Unternehmen, sondern auch traditionelle Konzerne vom Zorn ihrer Aktionäre betroffen. Die federführenden Konsortialbanken und die Wirtschaftsprüfer wurden nur in 7 % der Fälle angeklagt. Grund: Nach dem amerikanischen Wertpapierrecht ist es schwierig, diese Gruppen und andere externe Berater zu verklagen.

Nicht in der Studie enthalten sind über 300 Sammelklagen gegen Konsortialbanken, denen vorgeworfen wird, die Institute hätten Aktien bei Neuemissionen bevorzugt zugeteilt.

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