Zahl der Klagen steigt
Gesundheitsministerium will Lipobay-Prüfbericht vorlegen

Das Bundesgesundheitsministerium will an diesem Donnerstag einen umfassenden Prüfbericht zum Rückruf des Cholesterin-Senkers Lipobay vorgelegen. Ein solche Untersuchung war nach Bekanntwerden der Rücknahme durch den Chemiekonzern Bayer in der letzten Woche vom Ministerium beim Bundesinstitut für Arzneimittel in Bonn in Auftrag gegeben worden.

dpa BERLIN. Sollten sich Schwachstellen herausstellen - etwa bei der Genehmigung des Medikamentes, beim Patientenschutz oder der Information - werde man sofort national wie international auf entsprechende Änderungen drängen, hatte das Ministerium angekündigt. Der vom Markt genommene Cholesterin-Senker wird inzwischen mit weltweit 52 Todesfällen in Verbindung gebracht. Fünf Fälle davon sollen auf Deutschland entfallen.

Unterdessen steigt in den USA die Zahl der Klagen gegen den Bayer-Konzern wegen des Medikaments. Nach einem Bericht der amerikanischen Tageszeitung "The Oklahoman" wurde in Oklahoma City eine Sammelklage von 50 Betroffenen eingereicht. In New York ist die Anwaltsfirma Slotnick, Shapiro & Crocker verpflichtet worden, eine Klage für eine Gruppe von Klägern zu verfolgen, die das Medikament verschrieben bekamen. In Oklahoma und Florida sind inzwischen bereits Klagen eingereicht worden.

Das schweizerische Pharmaunternehmen Novartis bot am Mittwoch in ganzseitigen Zeitungsanzeigen seinen eigenen Cholesterin-Senker Lescol XL den bisherigen Lipobay-Nutzern an. Sie sollen das Medikament nach Vorlage eines ärztlichen Rezepts bei einer Apotheke 60 Tage lang kostenlos erhalten. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hatte eine Mitteilung über Nebenwirkungen des Mittels "Lipobay" bereits geplant. "Die Firma Bayer ist uns mit der eigenverantworteten Maßnahme, das Medikament vom Markt zu nehmen, zuvorgekommen", berichtete am Mittwoch Joerg David Tiaden, Geschäftsführer der Kommission

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