Zahl der Opfer auf rund 4100 revidiert
USA schicken mehr Soldaten auf die Suche

Die USA haben am Mittwoch zusätzliche Soldaten für die Suche nach dem moslemischen Extremisten Osama bin Laden nach Zentralasien geschickt und den Einsatz regulärer Bodentruppen in Afghanistan nicht ausgeschlossen. US-General Tommy Franks sagte in Usbekistan, die US-Streitkräfte hielten sich alle Optionen offen.

Reuters TASCHKENT/KABUL. Bisher durchkämmen US-Sondereinheiten den Süden Afghanistans nach bin Laden, zu dem auch die militärisch in die Defensive gedrängten Taliban eigenen Angaben zufolge derzeit keinen Kontakt haben. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, er würde den Tod bin Ladens begrüßen. Die USA machen bin Laden für die Anschläge am 11. September verantwortlich.

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, es habe Marineinfanteristen in die Region entsandt, die auf die Suche nach bin Laden vorbereitet seien. Am Vortag hatte die Zeitung "USA Today" die Zahl von 1600 Soldaten genannt. Franks sagte, der Einsatz konventioneller Bodentruppen sei "noch nicht vom Tisch". In Usbekistan, dem nördlichen Nachbarland Afghanistans, haben die USA Gebirgsjäger stationiert. Franks befehligt den US-Militäreinsatz in Afghanistan und reiste erstmals seit Beginn der Angriffe Anfang Oktober in der Region.

Im Norden Afghanistans warfen US-Kampfflugzeuge am Mittwoch nur noch wenige Bomben auf Stellungen der mit bin Laden verbündeten Taliban bei der Stadt Kundus. Die Stadt ist von Taliban-Gegnern eingeschlossen und lag tagelang unter heftigem Beschuss. Seit Dienstag verhandelt die Nordallianz über eine Aufgabe der mehr als 10 000 Taliban und Bin-Laden-Kämpfer. Die afghanische Nachrichtenagentur AIP meldete, es seien auch Wohngebiete getroffen worden und es habe mehrere Tote gegeben. Franks sagte: "Die Taliban und terroristische Kräfte leisten weiter Widerstand, aber wir werden uns durchsetzen." Aus dem Kampfgebiet gibt es keine unabhängigen Informationen.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums teilte mit, am Dienstag seien 146 Einsätze geflogen worden, die meisten im Gebiet um die Stadt Kandahar im Süden sowie im Südwesten des Landes. Die Taliban bekräftigten Kandahar und das Umland bis zum letzten Atemzug verteidigen zu wollen. Ein Sprecher des Taliban-Chefs Mullah Mohammad Omar gab in einem Ort an der Grenze zu Pakistan eine Pressekonferenz und sagte, es bestehe im Moment kein Kontakt zu bin Laden. Die Taliban hätten spezielle, geheim gehaltene Kanäle zu ihm unterhalten, im Moment bestehe jedoch kein Bedarf nach Kontakt. "Wir haben keine Ahnung, wo er ist", fügte er hinzu.

US-Regierungskreisen zufolge hat bin Laden "deutlich gemacht, dass er sich nicht ergeben will". Die saudiarabische Zeitung "El Watan" berichtete, Überläufer hätten dem US-Geheimdienst CIA berichtet, Bin Laden wolle sich von seinen Leuten erschießen lassen, wenn eine Gefangennahme drohe. Rumsfeld sagte im US-Fernsehen, er würde es vorziehen, wenn Bin Laden getötet statt festgenommen würde. Im US-Fernsehsender CBS sagte Rumsfeld auf die Frage, ob er bin Laden tot oder lebendig gefangen sehen möchte: "Ich weiß nicht, ob es politisch korrekt ist zu sagen, man würde das erste bevorzugen, aber ich würde das erste vorziehen." Nach allem, was bin Laden getan habe, müsse man sagen: "Du hast dein Leben aufs Spiel gesetzt."

Bin Laden wird von den USA für die Anschläge am 11. September verantwortlich gemacht. Dabei hatten Luftpiraten in den USA vier Passagierflugzeuge entführt und zum Absturz gebracht, zwei davon lenkten sie in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York. Jüngsten Zählungen zufolge sollen dabei insgesamt bis zu 4100 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Zeitung "New York Times" berichtete in ihrer Online-Ausgabe, die Zahl der Vermissten unter den Trümmern des World Trade Centers sei nach weiteren Überprüfungen und dem Abgleich verschiedener Listen auf unter 3900 korrigiert worden.

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