Zahl der Passagiere voraussichtlich unter Vorjahreswert – Flughafen-Chef bleibt vom langfristigen Wachstum überzeugt
Anschläge bremsen Frankfurter Flughafen

Der Frankfurter Flughafen bekommt die Luftfahrtkrise deutlich zu spüren: Das bisherige Ergebnisziel ist in weite Ferne gerückt und die Verkehrszahlen müssen nach unten revidiert werden.

FRANKFURT/M. Der Einbruch im internationalen Luftverkehr als Folge der Terroranschläge hinterlässt beim Frankfurter Flughafenkonzern Fraport AG seine Spuren. Das bisher angepeilte Ziel von erstmals mehr als 50 Millionen Passagieren im laufenden Jahr sei hinfällig, sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender dem Handelsblatt. "Wahrscheinlich werden wir nun zum Jahresende unter der Vorjahreszahl von knapp 49,4 Millionen liegen." Nach dem September werde auch der Oktober im Vergleich zum Vorjahr deutliche Einbrüche bringen.

Bender geht allerdings nicht von einer dauerhaften Verringerung des in den vergangenen Jahren stets gewachsenen Flugverkehrs aus. Für das kommende Jahr erwartet er bereits wieder einen positiven Trend im Luftverkehr. "Wenn keine neuen Terroranschläge passieren, können wir vielleicht schon im zweiten Quartal des nächsten Jahres mit ganz normalen Zahlen rechnen", sagte der Fraport-Chef.

Die Luftfahrtkrise verlangsamt wegen der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen nicht nur die Abläufe am Frankfurter Flughafen, sondern bremst auch die Geschäfte seines im M-Dax notierten Betreibers Fraport. Der Rückgang der Nachfrage nach Flugreisen geht zu Lasten einer der wichtigsten Einnahmequellen von Fraport, den Gebühren für die Fluglinien. "Es wird sehr schwierig werden, unser bisheriges Ergebnisziel einzuhalten", sagte Bender. Die Krise werde zu Einbußen führen. Wie groß diese seien, könne Fraport jedoch derzeit nicht beziffern.

Noch im August dieses Jahres war der zweitgrößte Flughafen Europas davon ausgegangen, im Jahr 2001 wieder in die Nähe des Rekordergebnisses aus dem Vorjahr mit einem operativen Gewinn von rund 530 Mill. Euro gelangen zu können. Damals hatte Bender "Nähe" als einstellige prozentuale Abweichung definiert. Analysten rechnen inzwischen damit, dass der erste deutsche börsennotierte Flughafen im laufenden Jahr aber einen zweistelligen Rückgang des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verkraften muss. Bender schloss jedoch aus, dass Fraport Verluste machen werde wie viele europäische Fluggesellschaften in diesem Jahr.

Experten halten trotz der Einbrüche im Luftverkehr die Kursverluste der Fraport-Aktie seit dem 11. September für überzogen. Rund 40 % der Umsätze des Flughafenbetreibers stammen nach Einschätzung der Konsortialbank Dresdner Kleinwort Benson aus Quellen, die gar nicht oder kaum von einem zurückgehenden Passagieraufkommen betroffen sind.

Von den verschärften Sicherheitsvorkehrungen an den Airports dürfte Fraport sogar profitieren. Der Flughafenbetreiber erwarb Anfang 2001 45 % an ICTS, Europas führenden Anbieter von Sicherheitsleistungen für Airports. Fraport habe zudem eine Option, in den kommenden drei Jahren die übrigen 55 % an dem Amsterdamer Unternehmen zu übernehmen - "zu einem vor dem 11. September vereinbarten Preis", wie Bender unterstrich. Rechnet man Fraports Sicherheitsdienstleister Civas hinzu, besitzt der Konzern einen Anteil von 28 % am europäischen Flugsicherheitsmarkt.

Der größte deutsche Flughafen setzte im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,5 Mrd. Euro um. Benders Ziel ist es, mit Frankfurt unter die Top Drei der internationalen Airports aufzusteigen.

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