Zahl der Regierungs-Pendler hat sich von 3 000 auf 900 verringert
Schröder gegen kompletten Regierungs-Umzug nach Berlin

Mit der offiziellen Einweihung des neuen Kanzleramtes am Mittwoch ist der Regierungsumzug nach Berlin vorerst abgeschlossen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich gegen einen komplette Verlagerung der Bundesregierung von Bonn nach Berlin ausgesprochen.

afp BERLIN. Es gebe Verträge, die eingehalten werden sollten, sagte Schröder am Mittwoch in der ARD. In den vergangenen Tagen waren vermehrt Forderungen laut geworden, sämtliche Ministerien und Dienststellen nach Berlin zu holen.

Der Regierungsumzug in die neue Hauptstadt wurde am Mittwoch mit der offiziellen Einweihung des neuen Kanzleramtes in Berlin vorerst abgeschlossen. Bei der feierlichen Schlüsselübergabe betonte Schröder, wenn sich deutsche Demokratie in Gebäuden widerspiegele dann im gegenüberliegenden Bundestag. Im Vorfeld der Einweihung des Kanzleramts war ein Streit über die monumentalen Ausmaße des Gebäudes entbrannt.

Bundesbauminister Kurt Bodewig (SPD) wandte sich ebenfalls gegen einen Umzug der gesamten Regierung. Dass einige Ministerien nach wie vor zwischen Berlin und Bonn aufgeteilt seien, lasse sich etwa durch Videokonferenzen kompensieren, sagte Bodewig im Bayerischen Rundfunk. "Das läuft in jedem weltweiten Konzern, warum soll das augerechnet nicht bei Regierungsarbeit gelten?" Der Bauminister verwies zudem darauf, dass sich der Zahl der Pendler von 3 000 auf 900 verringert habe.

Der Umzug ins neue Kanzleramt vom provisorischen Berliner Amtssitz, dem früheren DDR-Staatsratsgebäude, war bereits über das Wochenende abgewickelt worden. Der Neubau kostete fast eine halbe Milliarde Mark. Schröder steht dem Bau reserviert gegenüber, für den sich sein Vorgänger Helmut Kohl (CDU) entschieden hatte. Er setzte sich aber am Mittwoch dafür ein, den Streit über das Gebäude zu beenden.

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