Zahl der Reisen 2001 trotz Terroranschlägen gestiegen
Zweiturlaube liegen bei den Deutschen im Trend

Die Deutschen machen immer mehr Zweit- und Wellness-Urlaube. Dies ist der allgemeine Trend der Reiseanalyse 2002, die am Samstag auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin vorgestellt wurde.

afp BERLIN. Zwar gälten die Deutschen allgemein als Reiseweltmeister, sagte Peter Aderhold von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (F.U.R), die die Bundesbürger jedes Jahr zum Thema Reise befragt. Aber bei den Zweit- und Drittreisen hätten sie noch erheblichen Nachholbedarf gegenüber anderen Ländern. Immerhin hätten 2001 bereits 18 Prozent der Deutschen mehr als einen längeren Urlaub gemacht, in diesem Jahr planten dies noch mehr.

Insgesamt fuhren die Deutschen 2001 trotz der Terroranschläge in den USA öfter in den Urlaub als noch im Vorjahr. Insgesamt wurden laut Forschungsgemeinschaft 63,4 Millionen Reisen mit einer Mindestdauer von fünf Tagen angetreten. Das sind 1,2 Millionen oder 1,9 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Hinzu kommen nochmals 58 Millionen Kurzreisen von zwei bis vier Tagen.

Im Durchschnitt war jeder Deutsche im vergangenen Jahr 1,3 Mal im Urlaub. Allerdings war gut ein Fünftel der Bevölkerung gar nicht unterwegs. 76 Prozent der Bundesbürger verreisten aber mindestens einmal mindestens fünf Tage, das waren etwas mehr als noch 2000.

Positive Jahresbilanz

Als Grund für die insgesamt positive Jahresbilanz nannte die Forschungsgemeinschaft, dass zum Zeitpunkt der Terroranschläge bereits 80 Prozent aller Urlaubsreisen beendet waren. Bis Mitte September seien 1,5 Millionen Reisen mehr absolviert worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach den Terroranschlägen wurden dann allerdings 300 000 weniger Urlaube angetreten, womit es insgesamt ein Jahresplus von 1,2 Millionen Reisen gab.

Der Einfluss der Terroranschläge auf das Reiseverhalten sei im ersten Moment wohl überschätzt worden, konstatierte Aderhold. "Es wird nie so heiß gegessen, wie es gekocht wird." Zwar gingen 14 Prozent der knapp 8000 Befragten auch jetzt noch davon aus, dass der 11. September "irgendwie" ihr Reiseverhalten in diesem Jahr beeinflussen werde. Insgesamt aber seien die Anschläge nicht mehr so bedeutend für die Reisebranche.

Negative Faktoren

Allerdings gibt es andere negative Faktoren: So werde die eigene wirtschaftliche Lage von vielen Bundesbürgern derzeit deutlich schlechter eingeschätzt als noch zu Jahresbeginn 2001, ermittelte die F.U.R. Dies zeige Auswirkungen: Im Januar waren 17 Prozent der Deutschen noch unsicher, ob sie in diesem Jahr überhaupt verreisen - drei Prozentpunkte mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Da aber der Anteil der definitiven Nicht-Reiser mit 14 Prozent konstant geblieben ist, gibt die F.U.R. Entwarnung: «Die Urlaubsreise wird auch 2002 zum Standard gehören.»

Bei den Reisezielen wird Deutschland in den kommenden Jahren der Erhebung zufolge klar Nummer eins bleiben. Ansonsten gibt es weiterhin einen Trend in den Süden, vor allem nach Italien. Auch Kroatien und Slowenien werden beliebter. Verloren haben dagegen die USA sowie Ägypten, Tunesien und Marokko. Bei den Reiseformen ist Wellness-Urlaub der absolute Hit. Allein in den vergangenen drei Jahren stiegen die Buchungen in diesem Bereich um 125 Prozent. Auch Fitnessurlaub und Gesundheitsurlaub legten um rund 50 Prozent zu, so das eins laut F.U.R ganz klar ist: "Die Wellness-Welle schwappt über Deutschland."

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