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Zahl der Salmonellosen steigt auf 32 FälleDPA-Datum: 2004-07-14 16:36:41

Sonthofen (dpa) - Angesichts von sieben Todesfällen in Zusammenhang mit Salmonellen in Oberallgäuer Kliniken und Altenheimen hat die Staatsanwaltschaft Kempten Ermittlungen aufgenommen. Bei vier Frauen im Alter zwischen 64 und 92 Jahren waren zuvor Salmonellen nachgewiesen worden.

Sonthofen (dpa) - Angesichts von sieben Todesfällen in Zusammenhang mit Salmonellen in Oberallgäuer Kliniken und Altenheimen hat die Staatsanwaltschaft Kempten Ermittlungen aufgenommen. Bei vier Frauen im Alter zwischen 64 und 92 Jahren waren zuvor Salmonellen nachgewiesen worden.

Die übrigen drei waren Patienten in den von der Infektion betroffenen Krankenhäusern. Die Zahl der Erkrankten mit nachgewiesener Salmonellen-Infektion habe sich auf 32 erhöht, teilte am Mittwoch die Leiterin des Oberallgäuer Gesundheitsamts, Irmgard Harms, in Sonthofen mit. Sechs Fälle seien noch akut.

Die am Dienstag noch mit 77 angegebene Zahl von Verdachtsfällen habe sich nicht bestätigt, erklärte Landrat Gebhard Kaiser (CSU). Der Höhepunkt des lokalen Ausbruchs sei überschritten. Nach einer deutlichen Verschärfung von Hygienemaßnahmen seien am Mittwoch keine neuen Fälle mehr bekannt geworden. Von den 32 positiv getesteten Menschen waren zwölf Mitarbeiter der Kliniken in Oberstdorf, Sonthofen und Immenstadt. Zehn befanden sich als Patienten in diesen Kliniken und weitere zehn sind Bewohner zweier Altenheime in Oberstdorf. Quelle und Übertragungswege der Infektionen seien bisher noch nicht bekannt, fügte ein Sprecher der Kreisbehörde hinzu.

Alle fünf Einrichtungen werden aus den Klinikküchen in Immenstadt und Oberstdorf mit den gleichen Mahlzeiten versorgt. Eine Untersuchung der Rückstellproben, die jede Großküche bereit halten müsse, habe in keinem Fall einen Salmonellenbefall ergeben, erklärte Harms. Deshalb gehe man davon aus, dass die Ursache für die Häufung der Salmonellose nicht in Küche oder Speisen zu finden sei. Nach Ansicht der Gesundheitsamtsleiterin ist allerdings auffällig, dass zwölf Mitarbeiter der Kliniken vorwiegend aus dem Küchenbereich positiv getestet wurden und als Überträger der Krankheit in Frage kommen.

Nach Angaben von Staatsanwalt Peter Koch wurde in allen sieben Todesfällen eine Obduktion angeordnet. Dabei wurde bisher bei vier der Toten, die zuvor positiv auf Salmonellen getestet worden waren, eine Durchfallerkrankung festgestellt. Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft komme es allerdings darauf an, ob die Infektion für den Tod ursächlich war und ob dafür jemand verantwortlich sei. Diese Fragen sollen in Gutachten geklärt werden, deren Ergebnisse frühestens in zehn Tagen vorliegen werden, sagte Koch.

Zu Salmonellen-Erkrankungen allgemein erklärte die Gesundheitsamtsleiterin, dass in Deutschland jährlich rund 70 000 Fälle gemeldet würden. Die Dunkelziffer sei vermutlich zehn Mal so hoch. 40 Prozent der Bevölkerung mache im Leben einmal eine solche Erkrankung durch. Die Todesrate von 70 bis 120 Fälle pro Jahr in Deutschland beträfe nur ältere, meist ohnehin schon geschwächte Menschen. Die Häufung im Oberallgäu könne auf eine Verkettung von mehreren Umständen zurückzuführen sein.

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