Zahl der Staus wird sich laut Studie bis 2015 verfünffachen
Deutschlands Straßen droht der Verkehrsinfarkt

Auf Deutschlands Straßen droht der Verkehrsinfarkt. Die Belastung des Verkehrsnetzes wird bis 2015 dramatisch zunehmen und die Staus fast verfünffachen, wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf eine Studie des Kölner Instituts für Verkehrswissenschaft berichtet.

ap MÜNCHEN. Demnach wird die Zahl der Autobahnkilometer, auf denen täglich mindestens eine Stunde lang der Verkehr ruht, von derzeit 209 auf 940 ansteigen.

Zugleich müssen sich die Autofahrer nach Angaben der Wissenschaftler im Jahr 2015 auf 3 300 von insgesamt 11 300 Autobahnkilometern auf tägliche Behinderungen und eine Durchschnittsgeschwindigkeit unter 60 Stundenkilometern einstellen. Heute werden solche Störungen dem Bericht zufolge lediglich auf knapp 2 000 Autobahnkilometern beobachtet. "Der Verkehrsinfarkt ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine reale Gefahr für unser Land", sagte der Kölner Professor Herbert Baum.

An die Leistungsgrenzen stößt laut Studie auch das Schienennetz. Die Bahn könne mit den erwarteten Wachstumsraten bis 2015 von 20 % im Personen- und 58 % im Güterverkehr nicht Schritt halten und werde Marktanteile verlieren. Nur erhebliche Eingriffe der Politik könnten dazu führen, dass die Deutsche Bahn ihre Marktanteile von derzeit 8 % im Personenverkehr gerade einmal auf 8,7 % steigern könne. Und im Güterverkehr könnten auch besondere Anstrengungen nicht verhindern, dass der Marktanteil der Bahn von 19,2 auf 19 % zurückgehe.

Daran wird den Wissenschaftlern zufolge auch die geplante Lkw-Maut von 2003 an nichts ändern. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig kündigte in dem Magazin an, in der kommenden Woche den durchschnittlichen Mautsatz festsetzen zu wollen. Bisher wird laut "Focus" eine Spanne von 27 bis 37 Pfennig diskutiert. Eine entsprechende Maut für Personenwagen sei nicht vorgesehen.

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