Zahl der Todesfälle erhöht sich dramatisch
Die Aids-Epidemie wird noch viel schlimmer

Die Killerseuche Aids breitet sich immer bedrohlicher aus. Rund 68 Millionen Menschen werden in den ersten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts der Epidemie zum Opfer fallen. Das gelte jedoch nur für die 45 am stärksten betroffenen Länder, schreibt das Anti-Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) in einem jetzt veröffentlichten Bericht.

jdh GENF. Der Vergleich mit den 13 Millionen Aids-Toten, die in diesen 45 Staaten in den achtziger und neunziger Jahren zu beklagen waren, veranlasst die Autoren der Studie zu einer eindringlichen Warnung: "Die Aids-Epidemie befindet sich noch in einem frühen Stadium." So würden in den Ländern des südlichen Afrikas in den nächsten beiden Jahrzehnten jede zweite Mutter an der Aids-Erkrankung sterben. Allgemein werde Aids die Zahl der Todesopfer in der Gruppe der 15- bis 34-Jährigen dramatisch nach oben katapultieren. "Auf dem Höhepunkt der Epidemie werden im südlichen Afrika 17mal mehr Menschen dieser Altersgruppe sterben als vor Ausbruch der Aids-Epidemie."

Falls der Kampf gegen Aids nicht entschiedener geführt werde, "wird sich die unvergleichliche Zerstörung durch HIV/Aids noch multiplizieren", heißt es in der Studie. Insgesamt waren Ende 2001 nach Uno-Angaben rund 40 Mill. Menschen mit dem Virus infiziert. In Deutschland litten 41 000 Menschen an dem Virus, im südlichen Afrika teilweise bis zu 40 % der Bevölkerung. "In Botswana, dem Land mit den höchsten HIV-Raten in der Welt, leben fast 39 % der Erwachsenen mit HIV", schreibt UNAIDS. Im benachbarten Simbabwe hat sich rund jeder Dritte Erwachsene mit dem tödlichen Virus angesteckt.

Laut UNAIDS leiden in fünf weiteren Ländern mindestens 20 % der Bevölkerung an einer HIV-Infizierung. Doch auch in anderen Teilen der Welt tritt Aids mit voller Wucht auf. In China sei die Zahl der Infektionen alleine in den ersten sechs Monaten des Jahres 2001 um 70 % nach oben geschnellt. Neben Drogenmissbrauch und Bluttransfusionen macht die Uno jetzt nicht zuletzt heterosexuellen Kontakt für die Ausbreitung von Aids im Reich der Mitte verantwortlich. Aber auch in Indonesien, Russland, der Ukraine und den Staaten West- und Zentralafrikas frisst sich die Killerseuche immer schneller vor. "HIV/Aids breitet sich jetzt auch in den Regionen der Welt rapide schnell aus, in denen die Verbreitung der Epidemie als kontrollierbar galt", bilanziert die Studie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%