Zahl der UMTS-Anbieter schrumpft
Hintergrund: UMTS - Da waren's nur noch vier ...

Erst Quam, dann Mobilcom - unter den UMTS- Mobilfunkbetreibern in Deutschland geht der Auslesprozess weiter. Für die zwei Neulinge ist der Einstieg ins UMTS-Geschäft bereits zu Ende, bevor es überhaupt begonnen hat. Experten hatten Quam und Mobilcom ohnehin keine großen Erfolgschancen eingeräumt. Damit bleiben mit T Mobile, - Vodafone/D2 sowie E-Plus und 02 (VIAG Interkom) nur noch vier Mobilfunkbetreiber aktiv.

HB DÜSSELDORF. Für Telefónica und France Télécom, die beiden Großaktionäre der Aussteiger, ist das Engagement in Deutschland mehr als eine bittere Pille: Über 16 Mrd. ? hatten sie zusammen für die UMTS- Lizenzen auf den Tisch geblättert - und komplett in den Sand gesetzt. Mobilcom wollte ursprünglich sogar als erster Betreiber schon in diesem Jahr UMTS-Dienste anbieten. Doch der Mobilfunk der Zukunft mit superschneller Datenübertragung und Multimedia über das Handy lässt auf sich warten.

T-Mobile und Vodafone können sich indes genüsslich zurücklehnen - frei nach dem Motto, des einen Leid, ist des anderen Freud. Für die vier verbleibenden Lizenzinhaber ist das Debakel von Quam und MobilCom eine gute Nachricht. Sie werden es künftig mit weniger Wettbewerbern zu tun haben und mehr Marktanteile ergattern können.

Torsten Gerpott, Telekommunikationsexperte von der Universität Duisburg, zeigt sich über jüngsten Ereignisse wenig überrascht: "Es war absehbar, das auf dem deutschen Markt nur vier oder sogar nur drei UMTS-Anbieter übrig bleiben", sagt er.

Branchenkenner hatten die Marktkonsolidierung vorausgesagt. Auch mit vier Anbietern hält Gerpott den Ausleseprozess noch keineswegs für abgeschlossenen. Während die Marktführer T-Mobile und Vodafone alleine als stark genug gelten, könnten sich die Düsseldorfer E-Plus und die Münchner O2 in einem Gemeinschaftsunternehmen verbünden.

E-Plus hatte mit Quam und Mobilcom nicht nur lukrative Roaming- Verträge abgeschlossen, die es Quam- und MobilCom-Kunden erlaubte, das E-Plus-Netz zu nutzen. Darüber hinaus ist den Düsseldorfern beim UMTS-Netzaufbau auch der Kooperationspartner abhanden gekommen. Unternehmenssprecher Claas Sandrock gibt sich aber zuversichtlich: "Wir werden UMTS im Alleingang aufbauen". Und Umsatzeinbußen würden durch die geringere Zahl der UMTS-Konkurrenten mehr als wettgemacht.

Ein Zusammenschluss auf dem UMTS-Mobilfunkmarkt hat einen Haken. Lizenzen sind in Deutschland nämlich nicht handelbar. Schließen sich zwei Betreiber zusammen, fällt eine Lizenz entschädigungslos an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zurück. Auch die Lizenzen von Quam und Mobilcom gehen voraussichtlich wieder an den Regulierer. Und der könnte sie dann erneut unter den verbleibenden Anbieter versteigern.

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