Zahl der Verdachtsfälle in Deutschland rückläufig
Milzbrand-Ermittlungen konzentrieren sich auf USA

Die US-Regierung vermutet hinter den im vergangenen Herbst verübten Anschlägen mit Milzbrand-Erregern mittlerweile eher inländische als ausländische Täter. Der Sicherheitskoordinator der US-Regierung, Tom Ridge, sagte am Sonntag dem US-Nachrichtensender CNN, nach den Anschlägen vom 11. September sei es nur natürlich gewesen, die Täter zunächst im Ausland zu suchen, "aber die Hauptstoßrichtung der Ermittlungen richtet sich inzwischen nach innen".

Reuters WASHINGTON/BERLIN. An Anschlägen mit Milzbrand-Erregern verseuchten Briefen sind seit Oktober fünf Menschen gestorben. Auch in Deutschland waren einige Verdachtsfälle aufgetreten, von denen sich aber nach offiziellen Angaben keiner bestätigt hatte.

Mit Milzbrand-Sporen versetzte Briefe waren in den USA an Medien und zwei Senatoren verschickt worden. Neben den fünf Todesopfern wurden 13 Menschen in den USA mit den Erregern infiziert, die auch als Biowaffe eingesetzt werden können. US-Präsident George W. Bush hatte das Amt von Ridge nach den Anschlägen vom 11. September geschaffen, um die Sicherheit im Land zu verbessern.

In Deutschland trat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin noch keinen Milzbrandfall auf. "Die Zahl der Verdachtsfälle hat sehr stark abgenommen, seit die Berichterstattung darüber abgenommen hat", sagte eine Sprecherin des Instituts am Montag auf Anfrage. Eine Sprecherin des Innenministeriums erklärte, zu den Ermittlungen gegen mögliche oder vermeindliche Milzbrand-Attentäter würden grundsätzlich keine Stellungnahmen abgegeben.

Nach der Entdeckung der Milzbrand-Briefe in den USA waren auch in Deutschland Tausende Briefe und Päckchen mit weißem Pulver in die Öffentlichkeit gelangt und hatten Einsätze der Sicherheitskräfte ausgelöst. Allein vom 14. Oktober bis zum 5. November wurden den Behörden nach früheren Angaben des Thüringer Ministerpräsidenten Bernhard Vogel (CDU) bundesweit 3111 Verdachtsfälle für Milzbrand gemeldet, die sich aber alle als Fehlalarme herausgestellt hatten. Seinen Angaben nach war dadurch ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden entstanden.

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