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Zahl der Verkehrstoten auf historischem Tief

In diesem Jahr sind bei Unfällen auf Deutschlands Straßen voraussichtlich so wenig Menschen getötet worden wie nie zuvor seit Beginn der Zählung im Jahr 1950.

dpa WIESBADEN/BERLIN. In diesem Jahr sind bei Unfällen auf Deutschlands Straßen voraussichtlich so wenig Menschen getötet worden wie nie zuvor seit Beginn der Zählung im Jahr 1950.

Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Straßenwesen vom Dienstag wird die Zahl der tödlich Verunglückten unter 5 800 liegen, 2003 waren es 6 613. Der positive Trend der Vorjahre habe sich 2004 fortgesetzt, sagte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) am Dienstag in Berlin. "Dies zeigt den Erfolg unserer Anstrengungen zur Steigerung der Verkehrssicherheit."

Die Entzerrung von Unfallschwerpunkten, bessere Straßenmarkierungen, sicherere Autos, der medizinische Fortschritt und die Aufklärungsarbeit listet der Verkehrssicherheitsrat in Bonn als Gründe für den Rückgang auf. Allerdings dürfe das nicht als Entwarnung missverstanden werden.

Von Januar bis Oktober registrierte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden 4 849 Verkehrstote, 13 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 1950 waren 7 408 Verkehrstote gezählt worden. Den bisher höchsten Stand hatte es nach Angaben des Adac 1970 mit 21 332 Verkehrstoten gegeben. Die Zahl der Kraftfahrzeuge sei seitdem von 18 auf etwa 55 Mill. gestiegen.

"Es ist kein statistisches Gesetz, dass die Zahl wie von selbst weiter sinkt. Es bleibt viel zu tun", sagte Bernd Kulow vom Verkehrsicherheitsrat. Mehr als 1 000 Menschen kämen jährlich beim Aufprall ihrer Autos auf Bäume ums Leben. Schutzplanken und Tempolimits könnten das verhindern. "Trotz des Rückgangs bleibt es bei tausenden Toten, es bleibt bei den Schwerverletzten, die für den Rest ihres Lebens beeinträchtigt sind."

Adac-Verkehrsstatistiker Wolfgang Steidele verwies auf die verbesserte Fahrzeugsicherheit durch Sicherheitsgurte und Airbags sowie auf Verbesserungen im Straßenbau. Dazu kämen Schulungen wie Fahrradturniere für Kinder sowie Aufklärungskampagnen und Kontrollen der Polizei. Auch das Rettungswesen sei optimiert worden.

Sorgen bereiteten nach wie vor junge Fahranfänger. Für sie sollte es nach der Fahrausbildung als zweite Stufe ein Sicherheitstraining geben, forderte Steidele.

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