Zahl der weiblichen Abgeordneten rückläufig
Indisches Parlament streitet heftig über Frauen-Quote

dpa NEU DELHI. Der jahrelange Streit um eine Frauenquote hat das indische Parlament am Donnerstag erneut ins Chaos gestürzt. Unter heftigem Geschrei der Abgeordneten ging die Tagesordnung völlig unter. Der Parlamentspräsident Ganti Balayogi rief eine Zwangspause von drei Stunden aus. Als danach der Aufruhr erneut losbrach, gab er auf und schickte die Delegierten nach Hause.

Ein Gesetzentwurf zur Frauenquote wurde zum ersten Mal 1996 im Parlament eingebracht. Jedes Mal, wenn sie erneut zur Diskussion steht, bricht im Parlament Tumult aus. Die Kongress-Partei, die linken Kommunisten und weibliche Abgeordnete fordern, ein Drittel der Sitze in der Lok Sabha (Unterhaus) und in den Parlamenten der Bundesstaaten für Frauen zu reservieren. Die Sozialisten und einige Abgeordneten der regierenden Bharatiya Janata Party lehnen dies ab.

In der Lok Sabha sind bereits 22 % der Sitze für Abgeordnete aus unteren sozialen Schichten und für verschiedene ethnische Gruppen vorgesehen. Käme die Frauenquote hinzu, wären 55 % der Sitze des Parlaments reserviert.

Die Zahl der weiblichen Abgeordneten in Indien ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. Unter den 545 Mitgliedern der Lok Sabha sind derzeit 41 Frauen. Im Oberhaus (Rajya Sabha) sind von 245 Delegierten nur 19 Frauen.

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