Zahl der Zusammenschlüsse steigt
Pharma-Industrie rückt enger zusammen

Diese Zahl nennt die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) in ihrer jüngsten Studie über die Branche. Allerdings bewegte sich die Mehrzahl der Käufe und Zusammenschlüsse auf niedrigerem Niveau: Das Volumen verringerte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2001 deutlich von 27 auf 5 Mrd. $.

bef DÜSSELDORF. PwC erwartet dennoch, dass das Volumen auf das Gesamtjahr 2002 gerechnet den Vorjahreswert von 61 Mrd. $ übersteigen wird. Grund dafür ist die im Juli angekündigte Übernahme des US-Pharmakonzerns Pharmacia durch Marktführer Pfizer. Dieser Kauf allein hat einen Wert von 53 Mrd. Dollar. Der Zusammenschluss beider Konzerne ist nach Einschätzung von PwC ein Zeichen dafür, dass die Zeit der Großfusionen in der Arznei-Branche noch nicht vorbei ist.

Ein Motor dafür ist die Aussicht auf Kostensenkungen: Bisherige Megafusionen hätten gezeigt, dass das Potenzial für Einsparungen enorm groß sei, schreibt PwC. Zwischen 1995 und 2001 haben sich eine Vielzahl Pharmakonzerne durch Zusammenschlüsse neu formiert und mit Gewinnsteigerungen bis zu 25 % aufgetrumpft. Beispiele dafür sind die Schweizer Novartis AG und die weltweite Nummer zwei, Glaxo Smithkline (Großbritannien). Dennoch ist die Branche weiterhin stark fragmentiert. So hat der künftig mit Abstand größte Anbieter Pfizer einen Marktanteil von nur 11 %.

Führend bei den Übernahmen und Fusionen im ersten Halbjahr 2002 waren laut PwC erneut nordamerikanische Firmen, gefolgt von den Europäern. Die Gründe für den Zukauf von Firmen seien vielschichtig: Zum einen wollen sich reine Arznei-Entwickler etablierte Vertriebsnetze zulegen, um ihre Produkte selbst vermarkten zu können. Zum anderen halten Pharmakonzerne gezielt nach neuen Produkten Ausschau, da ihnen neue Umsatzträger aus der eigenen Forschung fehlen. Pfizer etwa hat es beim Kauf von Pharmacia vor allem auf das erfolgreiche Arthritismittel Celebrex abgesehen.

Mit Fusionen hoffen die Pharmafirmen auch, die Produktivität ihrer teuren Forschung- und Entwicklungsabteilungen zu verbessern. Analysten bezweifeln jedoch, dass ihnen dies gelingt: So scheint es nach Einschätzung der Schweizer Bank Vontobel fraglich, ob Größe das Problem der mangelnden Produktivität lösen kann oder nicht eher noch verschärft. Kleinere Firmen haben sich trotz wesentlich geringeren Budgets in den vergangenen Jahren in ihren Nischen als sehr produktiv gezeigt - Vontobel nennt als Beispiel die Schering AG.

Quelle: Handelsblatt

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