Zahl Insolvenzen stieg deutlich an
Pleitewelle rollte 2002 über Deutschland

Die Zahl der Insolvenzen ist in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Insgesamt verzeichnete das Statistische Bundesamt nach Angaben vom Freitag 84 428 Insolvenzen, davon 37 579 bei Unternehmen und 46 849 bei anderen Schuldnern.

Reuters WIESBADEN. Wegen der Neuordnung des Insolvenzrechts lassen sich die Zahlen lediglich bei Kapital- und Personengesellschaften mit dem Vorjahreswert vergleichen. Die Zahl der Insolvenzen solcher Unternehmen stieg um 13 Prozent auf 24 025.

Die Gerichte bezifferten die offenen Forderungen aller Insolvenzgläubiger im Jahr 2002 auf 61,5 Milliarden Euro, darunter 51,8 Milliarden Euro gegen Unternehmen. Damit haben sich die offenen Forderungen im Vergleich zum Vorjahr etwa verdoppelt. "Hierbei muss in Betracht gezogen werden, dass sich im Jahr 2002 sieben der zehn größten europäischen Unternehmenszusammenbrüche in Deutschland vollzogen haben", erklärte das Statistische Bundesamt. Im vergangenem Jahr waren unter anderem Babcock Borsig, KirchMedia und Holzmann in die Insolvenz gegangen.

Bei den Unternehmen waren zum Zeitpunkt der Insolvenzanträge insgesamt rund 274 000 Arbeitnehmer beschäftigt - wegen fehlender Daten dürften aber dem Amt zufolge insgesamt mehr Arbeitnehmer betroffen gewesen sein. Seit dem 1. Dezember 2001 können Verbraucher, auch wenn sie mittellos sind, ein Insolvenzverfahren beantragen, da sie die Verfahrenskosten nun stunden lassen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%