Zahlen am unteren Rand der Erwartungen
Versicherungen belasten Gewinn der CS Group

Der Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse Group hat nach zwei Quartalen mit Verlusten in den ersten drei Monaten 2002 einen Gewinn von 368 Mill. sfr erzielt. Belastungen, die aus der Versicherungsbeteiligungen der Gruppe herrührten, führten dazu, dass der Gewinn am unteren Rand der Erwartungen lag. Das frühere Sorgenkind, die Investmentbank Credit Suisse First Boston, konnte die Verluste fast auf Null zurückfahren, machte aber noch keinen Gewinn. Für die kommenden Quartale zeigte sich die CS Group vorsichtig.

Reuters ZÜRICH. Das vierte Quartal 2001 hatte die Gruppe mit einem Reinverlust von 830 Mill. sfr abgeschlossen. Im ersten Quartal des Vorjahres war sie auf einen Gewinn von 1424 Mill. sfr gekommen.

Für die kommenden Quartale zeigte sich die Gruppe vorsichtig. Es seien Anzeichen einer Besserung der Marktbedingungen erkennbar, hieß es. Die Erträge der CSFB dürften aber unter dem Vorjahr liegen und das Ergebnis im Bereich Credit Suisse Financial Services dürfte den Vorjahreswert nicht übertreffen. Bezüglich der langfristigen Entwicklung der Kerngeschäfte sei die Gruppe zuversichtlich.

Der Gewinn des ersten Quartals lag am unteren Rand der Erwartungen. Analysten hatten mit einem Gewinn zwischen 380 Mill. und 880 Mill. sfr gerechnet. 550 Mill. sfr waren als Consensus-Wert genannt worden.

Als Gewinnbelastung erwiesen sich die Versicherungsbeteiligungen, die dem Bereich Financial Services zugerechnet werden. Wertminderungen auf Kapitalanlagen der Versicherungsbereiche hätten den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mit 455 Mill. sfr belastet, hieß es. Auf die Beteiligung an der Swiss Life nahm die Gruppe weitere Wertberichtigungen von 154 Mill. sfr vor.

Bei einem Netto-Neugeldzufluss von 13,5 Mrd. sfr oder 0,9 % des Bestandes erreichten die verwalteten Vermögen 1407 Mrd. sfr. Im vierten Quartal hatte der Neugeldzufluss 18,5 Mrd. sfr betragen. Ende 2001 verwaltete die Gruppe 1425,5 Mrd. sfr. Der Rückgang sei auf den Verkauf von CSFB Direct zurückzuführen.

Die CS Gruppe hatte sich für das laufende Jahr deutliche Einsparungen bei der Investmentbank Credit Suisse First Boston vorgenommen und dort auch Stellen abgebaut. Der Verlust konnte dort nun auf 19 Mill. Dollar oder 32 Mill. sfr abgebaut werden von 939 Mill. Dollar oder 1,6 Mrd. sfr im vierten Quartal 2001. CSFB erzielte einen operativen Gewinn, vor Amortsation von erworbenen immateriellen Werten und Goodwill, von 155 Mill. Dollar oder 259 Mill. sfr. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres sei der Geschäftsaufwand um 26 % reduziert worden und der Personalaufwand sei um 30 % gesunken.

In der vergangenen Woche hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's die Einstufung der CS Group reduziert und dies mit der ungünstigen Kostenstruktur begründet, die es der Gruppe schwer oder gar unmöglich mache, ausreichend Eigenmittel zu generieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%