Zahlen aus USA könnten Technologiewerte beeinflussen
Börsianer erwarten freundliche Eröffnung

Am letzten Handelstag der Woche und unmittelbar vor der Bundestagsabstimmung zur Vertrauensfrage von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) werden nur wenige Unternehmensberichte erwartet, die den Handel am deutschen Aktienmarkt prägen könnten. Nachdem das Börsenbarometer Dax am Vortag über 5 000 Punkten geschlossen hat, und seit seinem Jahrestief am 22. September wieder rund 40 % an Boden gut gemacht hat, erwarten Marktbeobachter am Freitag den Dax über der Marke von 5 030 Punkten.

dpa-afx/rtr FRANKFURT. Nach Einschätzung der Deutschen Bank wird der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag mit 5 030 Punkten eröffnen. Die vorbörsliche Berechnung des Handelshauses Lang & Schwarz lag bei 5 038 Punkten. Die Citibank sah den Dax vorbörslich bei 5 031 Zählern. Der Neue Markt, dessen Auswahlindex am Vortag um 3,7 % zugelegt hatte, wird Händlern zufolge kaum verändert in die Sitzung starten.

Vermutlich werde der Aktienmarkt von neuen Liquiditätszuflüssen aus den Öl- und Gasmärkten profitieren, sagte Achim Matzke, Marktanalyst der Commerzbank. Zuletzt hatte der Ölpreis deutlich nachgegeben. "Es wird einen Cash-Zufluss in den TMT-Sektor (Telekommunikation, Medien und Technologie) geben", sagte Matzke. Vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag werde aber starke Zurückhaltung unter den Anlegern herrschen, sagte ein Händler. Es gebe zu viele politische Fragezeichen in Berlin. "Mit einer heftigen Kursreaktion rechne ich aber nicht, auch wenn die Regierung platzt", sagte der Händler. Nach den Kursgewinnen seit Wochenbeginn sei dann im Tagesverlauf mit Gewinnmitnahmen zu rechnen.

Im Blickpunkt des deutschen Handels könnten erneut die Titel von MAN stehen, die an den beiden Vortagen zusammen rund 16 % zulegten. Nach Angaben aus Branchenkreisen hat MAN Interesse an den Anteilen des schwedischen Lkw-Herstellers Scania. Nach den starken Kursgewinnen der Vortage könne es bei MAN, aber auch bei vielen anderen Werten vor dem Wochenende zu Gewinnmitnahmen kommen, sagte ein Händler.

Einfluss auf die Kurse der deutschen Technologieunternehmen könnten die nachbörslich in den USA veröffentlichten Zahlen haben: Der US-Computerkonzern Dell legte seine Zahlen fürs dritte Quartal vor und wies einen Gewinn je Aktie von 0,16 $ nach 0,26 $ im Vorjahreszeitraum aus. Damit übertraf Dell die Schätzungen von First Call/Thomson Financial befragten Analysten, die von 0,15 $ ausgegangen waren.

Auch der US-Technologiekonzern Agilent Technologies hat im vierten Quartal einen deutlich niedrigeren Nettogewinn als im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet. Auch der Nettogewinn im Gesamtgeschäftsjahr brach von 757 auf 174 Mill. Dollar ein.

Neben der Stada Arzneimittel AG legen am Freitag einige Neue-Markt-Unternehmen Geschäftszahlen vor. Die Online-Tochter der Commerzbank , Comdirect , gab vor Börseneröffnung bekannt, dass noch in diesem Jahr Töchter in Frankreich und Italien verkauft werden sollen. Comdirect will sich in Zukunft ganz auf das Geschäft in Deutschland und Großbritannien konzentrieren. Im dritten Quartal wies die Bank mit 12,866 Mill. Euro einen deutlich niedrigeren Verlust aus als von Analysten erwartet. Vorbörslich stiegen die am Neuen Markt notierten Papiere bei Lang & Schwarz leicht an.

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