Zahlen des Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Deutscher Auftragseingang unerwartet stark gestiegen

Eine unerwartet starke Nachfrage aus dem Ausland hat der deutschen Industrie zu Jahresbeginn deutlich dickere Auftragsbücher als erwartet beschert.

rtr BERLIN. Der Auftragseingang verbesserte sich zum Vormonat nach vorläufigen Daten preis- und saisonbereinigt um 3,8 %, wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am Freitag in Berlin mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 1,7 % gerechnet. Die Bestellungen aus dem Ausland nahmen um 8,0 % zu, während die Inlandsorders nur leicht um 0,2 % zulegten. Analysten sagten, die Zahlen seien zwar besser als erwartet, vor allem aber eine Gegenbewegung zum Einbruch vom Dezember.

Im Dezember waren die Aufträge - auch wegen der großen Zahl der Brückentage - noch um 4,0 % zurückgegangen. Ein überraschend starker Anstieg der Industrieproduktion im Januar um 1,6 % hatte bereits Erwartungen geweckt, dass auch die Auftragseingänge zu Jahresbeginn anziehen könnten. Das BMWA erklärte, bei den vorläufigen Daten zu den Januar-Orders sei noch mit einer Aufwärtskorrektur zu rechnen.

Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank sagte, die Daten seien zwar besser als erwartet: "Aber die Inlandsaufträge waren wie erwartet schwach - von der Binnenwirtschaft kommen immer noch keine Impulse für die Wirtschaft." Dennoch zeigte er sich optimistisch: "Die deutsche Wirtschaft durchschreitet gerade das Tal. Wenn es keine Schocks mehr gibt, sollte es eigentlich im zweiten Quartal schon etwas nach oben gehen." Voker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin sagte, die Klimaindikatoren zeigten, dass die Wirtschaft auf dem Weg zu einer Erholung sei, sobald die Unsicherheit über den Irak-Krieg nachlasse.

Auch Thomas Hueck von der HypoVereinsbank zeigte sich über den starken Anstieg der Auftragseingänge überrascht. Wahrscheinlich stehe dahinter ein Kalendereffekt. "Die inländischen Betriebe werden im Dezember ihre Aufträge noch rechtzeitig vor den Brückentagen abgegeben haben, Ausländer haben das nicht geschafft".

Der Auftragseingang der Industrie ist ein wichtiger Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung. Die Daten können aber von Monat zu Monat zum Beispiel wegen Großaufträgen stark schwanken. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Dezember/Januar zu Oktober/November zeigt der Auftragseingang einen Rückgang von 1,5 %.

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