Zahlen erfüllen Erwartungen der Analysten
Thames Water macht RWE viel Freude

Der Energiekonzern RWE AG hat im ersten Quartal seines seit Juli laufenden Rumpfgeschäftsjahres den Gewinn erwartungsgemäß kräftig gesteigert. Der Betriebsgewinn erreichte 903 Millionen Euro nach 605 Millionen Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht. RWE traf damit die Erwartungen der Analysten.

rtr/ddp-vwd ESSEN. Die Vergleichszahl schließt die VEW nicht ein. Bei Berücksichtigung dieses inzwischen vereinnahmten Konkurrenten ergebe sich für das Vorjahresquartal pro forma ein Betriebsergebnis von 655 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg im abgelaufenen Quartal um 32,6 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro.

Analysten hatten für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres in einer Reuters-Umfrage im Durchschnitt einen Betriebsgewinn von 900 Millionen Euro vorausgesagt. RWE bekräftigte zudem die Prognose, im Gesamtjahr das Betriebsergebnis um bis zu 20 Prozent zu steigern.

Die erstmalige Konsolidierung des Ende vorigen Jahres übernommenen britischen Wasserversorgers Thames Water Plc hat nach RWE-Angaben maßgeblich zu der Gewinnsteigerung beigetragen. Mit nur vier Prozent Umsatzanteil habe Thames Water bereits 23 Prozent des Betriebsergebnisses erwirtschaftet. Die Akquisition des nach RWE-Angaben drittgrößten Wasserunternehmens der Welt ist aber auch verantwortlich für das Finanzergebnis von minus 563 Millionen Euro. RWE hatte Thames Water teilweise fremdfinanziert. Auch die im September angekündigte Übernahme des US-Wasserversorgers Amerikan Water Works soll mit Hilfe des Kapitalmarkts bezahlt werden. Analysten kritisierten RWE zuletzt wegen dieser Finanzierungspolitik, weil ein niedriges Finanzergebnis den Gewinn je Aktie verkleinere.

Im Geschäftsfeld Strom habe RWE belastende Effekte durch Kostensenkung in vollem Umfang kompensieren können, hieß es im Zwischenbericht weiter. Das Ergebnis habe auf Vorjahresniveau gelegen. Als Belastungen wurden Kosten aus der Umsetzung des Gesetzes zur Förderung erneuerbarer Energien und des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes genannt. Außerdem habe eine Ertragsverschlechterung bei der US-amerikanischen Bergbautochter Consol das Ergebnis belastet. Die Entwicklung der Strompreise sei dagegen stabil gewesen.

Niedrige Strompreise infolge der Liberalisierung der Strommärkte vor drei Jahren hatten den Versorgern anfangs hohe Verluste im Stromgeschäft verursacht. Vorige Woche hatte RWEs größter Konkurrent Eon AG in seinem Zwischenbericht erklärt, die zusätzlichen gesetzlichen Belastungen durch höhere Preise und die Einbeziehung weiterer Gesellschaften mehr als ausgeglichen zu haben. Auch Eon hatte ein deutlich höheres Betriebsergebnis ausgewiesen.

Bei den im ersten Quartal erzielten Steigerungsraten sei allerdings zu berücksichtigen, dass sich der Konsolidierungskreis durch die Übernahme der VEW AG, der britischen Thames Water, der Leighton Holding durch die Bautochter Hoch Tief sowie SSM Coal erheblich verändert habe und die Zahlen nur schwer zu vergleichen seien, hob RWE hervor. Außerdem sei die Tochter Heidelberger Druckmaschinen in die Bilanz mit eingezogen worden. Bereinigt um das zweite Heidelberger Quartal und sämtliche Konsolidierungseffekte nannte RWE ein Umsatzwachstums von 7,4 Prozent.

RWE legt von Juli bis Dezember 2001 ein Rumpfgeschäftsjahr ein. Damit soll das Geschäftsjahr des sich zunehmend international ausrichtenden Konzerns mit dem Kalenderjahr in Einklang gebracht werden.

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