Zahlen schon am Freitag
Infineons beharrlicher Sparkurs zahlt sich langsam aus

Der Münchener Chipkonzern Infineon Technologies ist offenbar trotz des erneuten Abschwungs der Speicherchip-Preise auf Kurs. Das Halbleiter-Unternehmen wird nach Angaben aus Branchenkreisen für das abgelaufene Quartal erneut eine leichte Ergebnisverbesserung bekannt geben.

HB MÜNCHEN. Die Zahlen sollen bereits am Freitag kommen, ursprünglich war die Veröffentlichung erst für Montag geplant.
Infineon-Chef Ulrich Schumacher würde damit erneut die Analysten überraschen. Diese rechnen im Durchschnitt der Schätzungen nämlich für das abgelaufene Quartal (April bis Juni) mit einem Verlust von 171 Mill. Euro. Die von Reuters befragten Experten erwarten sogar ein negatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 192 Mill. Euro. Im Vorquartal (Januar bis März) lag das Minus bei 178 Mill. Euro. Der Umsatz für das abgelaufene Quartal wird bei knapp 1,4 Mrd. Euro erwartet.

Die meisten Analysten hatten ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen für Infineon in den vergangenen Wochen nach unten geschraubt. Der Grund: Die Preise für Speicherchips (Drams) waren zuletzt wieder in die Knie gegangen, nachdem es Anfang des Jahres einen Schub gegeben hatte. Es machte sich bereits Optimismus breit, dass es endlich zu einer Wende kommen könnte. Doch nach dem jüngsten Rutsch herrscht wieder Skepsis. Die Dram-Preise sind wichtig für Infineon, da etwa ein Drittel des Umsatzes auf Speicherchips entfällt. Derzeit liegen die Preise für einen 128 MB-Standard-Dram-Chip mit 2,50 $ noch weit unter den Produktionskosten von mehr als 4 $. Infineon ist weltweit einer der Preisführer bei der Produktion von Speicherchips und unterhält Produktionsstätten in USA, Taiwan und in Dresden.

Den schlechten Trend bei Drams kann Infineon aber offenbar auffangen. Das im vergangenen Jahr aufgelegte Sparprogramm mit dem Titel "Impact" greift inzwischen. Dadurch sollen Kosten von insgesamt bis zu 2,5 Mrd. Euro gespart werden. Gleichzeitig können die Münchener derzeit Marktanteile gewinnen und damit die Profitabilität erhöhen. Schumacher selbst gibt keine Prognosen für den weiteren Geschäftsverlauf ab. Zuletzt hatte er aber mitgeteilt, er hoffe auf einen Aufschwung noch im zweiten Halbjahr. Dafür gilt Infineon nach hohen Investitionen als gut gerüstet.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2002, das am 30.9. endet, wird ein Verlust von etwa eine Mrd. Euro erwartet. Auch für das folgende Geschäftsjahr 2002/03 rechnen einzelne Analysten noch mit roten Zahlen. Die Infineon-Aktie legte gestern deutlich zu und notierte zeitweilig über 18 Euro. Die Investmentbank UBS hat am Montag ihr Kursziel für die Infineon-Aktie von 17 auf 14 Euro reduziert. Schroder Salmon Smith Barney dagegen erneuerte jüngst seine Kaufempfehlung bei einem Kursziel von 25 Euro.
Quelle: Handelsblatt

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