Zahlreiche Anschläge auf das Ölfeld in den letzten Monaten
Freilassungen nach Massen-Geiselnahme in Kolumbien

Mindestens 92 Mitarbeiter der amerikanischen Ölfirma Occidental Petroleum Corp. sind zeitweilig von Rebellen als Geiseln genommen worden. Wie General Carlos Lemos am Dienstag im Radiosender Radionet sagte, wurden die Arbeiter am Montag von Rebellen abgefangen worden, als sie im Konvoi vom Cano-Limon-Ölfeld in der Provinz Arauca im Osten des Landes nach Hause fuhren.

rtr BOGOTA. Nach Angaben von Lemos kam ein Großteil der Geiseln später wieder frei. Vermutet werde, dass die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes, die linksradikale Nationale Befreiungsarmee (ELN), hinter der Entführung steht.

Entführungen kommen in Kolumbien häufig vor. Rebellen nutzen sie meist, um mit dem erpressten Lösegeld ihren Kampf gegen die Regierungstruppen zu finanzieren. Die ELN versucht seit 1999, die Regierung mit Massenentführungen unter Druck zu setzen und Geld zu erpressen. Vor kurzem hatte die ELN mitgeteilt, ihre Friedensgespräche mit der Regierung steckten wegen angeblicher Absprachen zwischen der Armee und rechten paramilitärischen Einheiten in einer Krise.

Lemos, Kommandeur der 18. Heeresbrigade in der Dschungel-Provinz Arauca, sagte im Rundfunk, zwischen 80 und 90 Personen seien von den Entführern später wieder freigelassen worden. Eine unbekannte Anzahl Geiseln - auch sie Mitarbeiter des Ölkonzerns - seien aber weiter in der Hand der Geiselnehmer.

Die ELN verübte in den vergangenen Monaten wiederholt Anschläge auf das Cano-Limon-Ölfeld. Damit protestiert die ELN nach eigenen Angaben gegen die Beteiligung ausländischer Firmen an der Ölindustrie Kolumbiens. Der Occidental zufolge hat die ELN ihre Bombenkampagne verschärft. In den ersten drei Monaten des Jahres 2001 seien bereits 60 Anschläge verübt worden, vergangenes Jahr habe es insgesamt 100 Anschläge gegeben. Die ELN verfügt rund 5 000 Mitglieder.

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