Zahlreiche Flüge gestrichen
Pilotenstreik bei Sabena fortgesetzt

Die Piloten der angeschlagenen belgischen Fluggesellschaft Sabena haben ihren wilden Streik am Wochenende fortgesetzt. Nach Rundfunkangaben vom Sonntag wurden seit Beginn des Ausstands drei Tage zuvor etwa ein Drittel der Flüge gestrichen.

dpa-afx BRÜSSEL. Betroffen waren vorrangig europäische Verbindungen, am Sonntag verstärkt Flüge in die USA. Hintergrund der Streikaktion ist die seit Wochen dauernde Auseinandersetzung über die Sanierung der halbstaatlichen Linie.

Die Piloten befürchten, der Umbauplan des Vorstandsvorsitzenden Christoph Müller könne die Gesellschaft nicht vor der Pleite bewahren. So soll überzähliges Personal mittels Abfindungen abgebaut werden. Sabena hatte bereits Anfang des Monats streikende Piloten mit rechtlichen Schritten zurück in die Cockpits geholt. Ein Gericht untersagte einen nicht angekündigten Ausstand per einstweiliger Verfügung.

Nach Medienberichten haben mittlerweile auch Gewerkschaften und das Bodenpersonal kein Verständnis mehr für die streikenden Flugzeugführer, die bereits als "Kamikaze-Piloten" bezeichnet werden. Nach Angaben der Sabena-Leitung entstehen dem ohnehin tief in der Krise steckenden Unternehmen pro Streiktag weitere Verluste in Höhe von bis zu 300 Mill. belgischen Franc (15 Mio DM). "Dieser Streik kann für die Sabena tödlich sein", sagte Müller.

Sabena gehört dem belgischen Staat und der schweizerischen Swissair-Gruppe, die ebenfalls mit größten finanziellen Problemen kämpft. Nach einem Sanierungsplan sollen gut 1400 der insgesamt 12 000 Arbeitsplätze bei dem belgischen Unternehmen abgebaut werden. Bei der Sabena sind etwa 1000 Piloten angestellt. Die Verluste der Fluggesellschaft beliefen sich im ersten Halbjahr 2001 trotz zahlreicher Sparprogramme auf 138,9 Mill. ? (271,7 Mill. DM).

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