Zahlreiche Flüge gestrichen
Streiks in Spanien verhindern Start in den Urlaub

Wegen des Generalstreiks in Spanien mussten heute etliche Flieger am Boden bleiben. In Düsseldorf zum Beispiel wurden nahezu alle Flüge nach Spanien gestrichen.

Wiwo/ap/dpa MADRID/DüSSELDORF/FRANKFURT/MAIN. Wegen eines Generalstreiks in Spanien sind am Donnerstag auf dem Düsseldorfer Flughafen fast alle Flüge in das südeuropäische Land gestrichen worden. Von den 22 Abflügen seien 16 entfallen, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Betroffen seien sowohl Charter- als auch Linienflüge. Zudem gebe es fünf Ausfälle unter den erwarteten 25 Ankünften aus Spanien.

Auch am Frankfurter Flughafen wurden am Donnerstag 58 Flüge gestrichen. Es handele sich um Flüge der Linien Lufthansa, Iberia, LTU, Hapag Lloyd und Condor, sagte der Verkehrsleiter des größten deutschen Flughafens. Von den sonst zehn bis 15 Flügen nach Mallorca werde am Donnerstag wahrscheinlich nur ein einziger abgehen.

Spanien steht vor dem größten Streik seit mehr als zehn Jahren. Damit wollen die Gewerkschaften das Wirtschaftsleben im ganzen Land zum Stillstand bringen.

Notversorgung ist garantiert

Der Oberste Gerichtshof in Madrid hat die Gewerkschaften zur Aufrechterhaltung einer Notversorgung angewiesen. Die Richter bestätigten damit zum Teil eine Verordnung der Regierung, wonach lebenswichtige Dienstleistungsbereiche nicht bestreikt werden dürfen. Nach spanischem Recht kann das Kabinett verfügen, welcher Prozentsatz der Arbeiter in einem bestimmten Berufszweig an einem Streiktag zum Dienst erscheinen muss. Die Gewerkschaften waren im konkreten Fall jedoch der Ansicht, dass die Regierung dieses Gesetz zu eng ausgelegt habe, und zogen vors Oberste Gericht. Dieses teilte die Auffassung der Regierung, wonach es etwa beim staatlichen Rundfunk und Fernsehen RTVE sowie bei den Privatsendern einen Notdienst geben muss.

Beobachtern zufolge bedeutet dieser Streik die größte Herausforderung für den konservativen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar seit seinem Amtsantritt im Jahre 1996. Er gilt zugleich als peinliche Demütigung der Regierung, die am Freitag und Samstag Gastgeber des EU-Gipfels in Sevilla ist. Die Zustimmung der Bevölkerung scheint allerdings nicht gesichert. Nach einer am Montag veröffentlichten Umfrage wollen 26,1 Prozent den Streikaufruf unterstützen, 44,7 Prozent eher nicht.

80 Prozent der Flüge gestrichen

Die Eisenbahngesellschaft RENFE will am Donnerstag sämtliche Fernverbindungen einstellen und den öffentlichen Personennahverkehr auf ein Drittel reduzieren. Die Fluggesellschaft Iberia hat 80 Prozent ihrer Flüge gestrichen. Am Flughafen Frankfurt am Main will Iberia Notdienste für Abfertigung und Service einrichten. Für Kunden bestehe die Möglichkeit, kostenlos auf andere Flüge umzubuchen, hieß es.

Im spanischen Baskenland begann der Streik bereits am Mittwoch. Damit wollten die dortigen Gewerkschaften Beobachtern zufolge ihre Unabhängigkeit von den spanischen Organisationen bekunden. In Bilbao und San Sebastian blieben fast alle Geschäfte geschlossen. Mit einer Fortsetzung des Ausstands am Donnerstag wurde gerechnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%