Zahlreiche Konkunkturdaten stehen auf dem Programm
US-Kreditmärkte warten auf Fed-Zinsentscheid

Analysten erwarten am Dienstag eine erneute Leitzinssenkung der US-Notenbank um ein Viertelprozent.

rtr NEW YORK. Das am Dienstag anstehende Treffen der US-Notenbank Federal Reserve wird nach Einschätzung von Analysten in der kommenden Woche der bestimmende Faktor für die Kurse an den US-Kreditmärkten sein. Obwohl die Beratungen des für die Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) an den Bondmärkten wegen der Sorgen um die weltgrößte Volkswirtschaft seit Wochen heftig diskutiert werden, rechnen die Analysten nicht mit einer Überraschung. "Wir erwarten eine Zinssenkung um 25 Basispunkte und eine Stellungnahme, die sehr eindeutig die Tür für weitere Lockerungen in naher Zukunft offen lässt", sagte Marc Wanshel von JP Morgan in New York.

In der kommenden Woche stehen erneut eine Reihe von US-Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an - unter anderem Frühindikatoren am Montag und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag. Analysten erwarten jedoch nicht, dass die Zahlen etwas an der Erwartung einer weiteren US-Konjunkturschwäche bei niedriger Inflation ändern werden. Es spreche einiges dafür, dass die Bonds in diesem Umfeld ihre jüngsten Gewinne weitgehend verteidigen werden, hieß es. "Solange niedrige Inflation und geringes Wachstum erwartet werden, gibt es keinen Grund zu glauben, dass die Gewinne vorbei sind", sagte Bruce Alston von Value Line Asset Management. "Die Trends im Aktienmarkt sind fürchterlich und das kann den Bonds nur helfen", fügte er hinzu.

Zinssenkung wäre siebte infolge

Alle 25 befragten Händler rechnen einer Reuters-Umfrage zufolge bei dem Fed-Treffen am Dienstag von einer Senkung des entscheidenden Zielsatzes für Tagesgeld um 25 Basispunkte auf 3,5 % aus - dies wäre die siebte Zinssenkung in diesem Jahr in den USA. Uneinig sind sich die Experten hingegen, ob die Fed im Oktober oder zum Jahresende weitere Zinssenkungen beschließen wird. Während zwölf der Befragten mit der achten Zinssenkung des Jahres rechnen, sehen 13 Händler das Zinsniveau auch noch zum Jahresende bei 3,5 %.

Die Bonds verzeichneten in der vergangenen Woche in Folge der Schwäche an den Aktienmärkten und der Zweifel über eine baldige Erholung der US-Konjunktur deutliche Gewinne. Am Freitag ging die zehnjährige US-Staatsanleihe mit 25 Ticks im Plus bei 101-8/32 Punkten aus dem Handel und rentierte auf diesem Niveau mit 4,8407 % - die geringste Rendite seit März. Das 30-jährige Papier gewann ebenfalls 25 Ticks auf 99-11/32 Zähler, der fünfjährige Bond legte rund fünf Ticks auf 100-13/32 Punkte zu.

Eine Reihe negativer Unternehmensnachrichten sowie schwache Außenhandelsdaten drückten die Aktienkurse in die Verlustzone. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss am Freitag 1,46 % tiefer bei 10 240 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,67 % auf ein Viermonatstief von 1 161 Zählern, während der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 3,28 % auf 1 867 Zähler nachgab, womit er ebenfalls den tiefsten Stand seit vier Monaten markierte.

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