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Zahlreiche Tote bei Anschlag in Bagdad

Beim folgenschwersten Anschlag im Irak seit rund sechs Wochen sind am Dienstag im Zentrum von Bagdad mindestens 47 Menschen getötet und 114 weitere verletzt worden. Die Sprengladung explodierte vor einer Polizeiwache an der Haifa-Straße, eine Aufständischen-Hochburg.

dpa BAGDAD. Beim folgenschwersten Anschlag im Irak seit rund sechs Wochen sind am Dienstag im Zentrum von Bagdad mindestens 47 Menschen getötet und 114 weitere verletzt worden. Die Sprengladung explodierte vor einer Polizeiwache an der Haifa-Straße, eine Aufständischen-Hochburg.

Ebenfalls gegen die irakische Polizei richtete sich am Dienstag ein Attentat in Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad. Zwölf Beamte starben bei dem Angriff, bestätigte die örtliche Polizei. Die Attentäter hatten ihnen aufgelauert und aus ihren Autos mit Kalaschnikow-Gewehren auf die beiden Kleinbusse mit den Polizisten geschossen. Irakische Extremisten verüben immer wieder Anschläge auf irakische Sicherheitskräfte und Polizeiwachen, da sie sie als Verbündete der Übergangsregierung und der US-Truppen ansehen.

Der irakische Innenminister Falah el Nakib wurde bei seinem Eintreffen am Schauplatz des Anschlags in Bagdad von einer aufgebrachten Menge empfangen. "Das waren die Feinde des Irak und der Demokratie", sagte der Minister. "Aber das irakische Volk wird ihre Pläne vereiteln", fügte er hinzu. Empörte Passanten warfen der irakischen Übergangsregierung vor, sie tue zu wenig für die Sicherheit der Polizeiwachen. Der arabische Sender El Dschasira berichtete unter Berufung auf das Innenministerium, die Autobombe sei nicht von einem Selbstmordattentäter gezündet worden. In dem Auto habe sich zum Zeitpunkt der Explosion kein Fahrer befunden.

Im gleichen Viertel waren bei Gefechten zwischen Aufständischen und US-Truppen zwei Tage zuvor 13 Menschen getötet und 45 verletzt worden. Aufständische hatten zuerst einen US-Schützenpanzer in Brand gesetzt. Anschließend beschossen US-Hubschrauber eine Gruppe von Menschen in der Nähe des ausgebrannten Panzers.

Ein US-Soldat wurde am Dienstag in Mossul getötet und fünf weitere wurden verletzt, als Aufständische mit Handfeuerwaffen auf ihre Patrouille schossen. Dies bestätigte das US-Militärkommando in Bagdad. Außerdem meldete die Armee den Tod von zwei Soldaten, die am Montagnachmittag von Aufständischen mit einem Sprengsatz und Handfeuerwaffen angegriffen worden waren.

Nach einem neuen Sabotageakt an einer Ölpipeline im Nordirak, gab es am Dienstag in mehreren irakischen Provinzen keinen Strom. Unbekannte hatten in der Nacht zum Dienstag in der Nähe von Bedschi Anschläge auf zwei Pipelines verübt, die das Erdöl von den Ölfeldern bei Kirkuk in den türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan pumpen. Dies bestätigte ein Vertreter der Nordöl-Gesellschaft in Kirkuk. Augenzeugen berichteten von gewaltigen Flammen. Wegen der enormen Rauchentwicklung musste die Landstraße von Kirkuk nach Bedschi gesperrt werden.

Der irakische Präsident Ghazi el Jawar warnte am Dienstag bei seinem Besuch in Polen erneut vor einem vorschnellen Abzug der Besatzungstruppen. "Wenn sie jetzt gehen, herrscht das Gesetz des Dschungels."

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