Zahlreiche Unternehmenszahlen
Dax-Ausblick: Es geht seitwärts

Nach einer volatilen Handelswoche stimmen die Analysten vorsichtige Töne an. Es herrscht begrenzter Optimismus. Eine klare Richtungsentscheidung wird trotz zahlreicher Quartalszahlen in der nächsten Woche nicht erwartet.

jk/vwd/rtr DÜSSELDORF. "Die Anleger tendieren derzeit dazu, Gewinne schnell mitzunehmen. So gehen Kursgewinne zu einem großen Teil rasch wieder verloren", beschreibt Herbert Sturm, Aktienstratege bei der DZ Bank, die derzeitige Situation an den Märkten. Die Unsicherheit über die Geschwindigkeit und Stärke des Aufschwungs sei weiterhin groß, meint auch Richard Zellmann, Chef-Stratege bei Helaba Trust.

Zwar würden alle Frühindikatoren besser, erklärt Sturm, aber man sei immer noch in der Phase der Erwartungen. "Wir wissen nicht, inwieweit Läger wieder aufgebaut werden oder ab wann die Unternehmen wieder investieren". Die Produktionsauslastung der Unternehmen sei mit derzeit 75 Prozent jedenfalls noch zu gering. Sturm erwartet daher keine großen Impulse aus den USA. Da lohnt eher ein Blick auf die zahlreichen Unternehmenszahlen, die in der nächsten Woche anstehen.

Allianz-Zahlen am Donnerstag

Aufgrund ihrer starken Gewichtung seien die Zahlen der Allianz von besonderer Bedeutung, erklärt DZ Bank-Aktienstratege Sturm. Stefan Rausch, der Leiter des Helaba-Trust-Aktien-Research, erwartet dabei ein positives Bild. Die Versicherer hätten nach dem 11. September ihre Prämien vor allem im Unfall- und Schadenbereich erhöht. Belastet werde das Ergebnis allerdings durch die schwache Entwicklung der Tochter Dresdner Bank. Auf der anderen Seite erwarten die Analysten von Merrill Lynch aus dem Verkauf der Allianz-Anteile an der Münchener Rück einen Sonderertrag von einer Milliarde Euro.

Rausch setzt außerdem auf die Chemie-Branche, obwohl die "Frühzykliker" bereits gut gelaufen seien. Degussa geben in diesem Sektor am Montag ihre Quartalszahlen bekannt. Analystenprognosen zufolge hat das Unternehmen seinen Quartalsgewinn in den Kerngeschäftsfeldern um mehr als 20 Prozent gesteigert.

Adidas-Salomon profitiert von Dollarschwäche und WM

Über die nächste Handelswoche hinaus empfiehlt Herbert Sturm von der DZ Bank den Sportartikelhersteller Adidas-Salomon. Das Unternehmen profitiere nicht nur von der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft - Vor vier Jahren konnten die Herzogenauracher mit ihrem Engagement als Sponsor der WM in Frankreich den Konkurrenten Nike als Weltmarktführer ablösen - sondern auch die Schwäche des Dollar. Adidas könne dank des starken Euro billiger einkaufen.

Aus Sicht der Charttechnik sei in der kommenden Woche wichtig, "dass der Dax die psychologisch wichtige Marke von 4.800 Punkte weiter halten kann, da sonst ein Rückschlag bis 4.600 Punkte möglich ist", heißt es bei Ellwanger & Geiger. Für die Helaba Trust wären 4850 Punkte aber schon ein "Worst-Case-Szenario", erklärt Chef-Stratege Zellmann. "Wer sehen kaum Abwärtspotenzial." Aktienstratege Herbert Sturm von der DZ Bank bestätigt diese Einschätzung. Nach oben seien aber auch nicht mehr als maximal 5200 Punkte drin. Damit gehört er schon zu den Optimisten seiner Zunft.

Die wichtigsten Termine der nächsten Woche:

Montag:

In die Woche der Quartalszahlen starten Degussa, Telefonica, Linde, VCL, MVV Energie, Morphosys und Heidelberger Druck.

Dienstag:

Beiersdorf, Norddeutsche Affinerie, Stada, Puma, Mobilcom und Phoenix folgen am Dienstag. Daneben stehen die Einzelhandelsumsätze für Deutschland im März und die für die USA im April auf dem Programm.

Mittwoch:

Am Mittwoch berichten Lufthansa, RWE, MAN, BHW und mgTechnologies über das erste Quartal. Am Mittag werden dann die April-Verbraucherpreise, die Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung, sowie die Realeinkommen für die USA veröffentlicht.

Donnerstag:

Allianz, E.ON, Beru, Jungheinrich und IVU legen am Donnerstag Geschäftszahlen vor. In den USA stehen der Philadelphia-Fed-Index, sowie die Quartalszahlen von Dell an.

Freitag:

Zum Wochenschluss berichtet dann noch MAN über das erste Quartal 2002. Am Mittag stehen die Industrieproduktion für die Eurozone im März und die US-Handelsbilanz zur Veröffentlichung an.

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