Zahlungsbereitschaft der Nutzer ist begrenzt
Marktforscher warnt vor zu grosser Breitband-Euphorie

Vor zu grossen Erwartungen beim Geschäft mit breitbandigen Multimedia-Anwendungen (u.a. UMTS) hat das renommierte Schweizer Marktforschungsinstitut Prognos gewarnt. Viele Geschäftsmodelle seien "mit der rosaroten Brille" gerechnet worden. Hintergründe zur Ifa im Special von Handelsblatt.com

dpa BERLIN. Vor zu grossen Erwartungen beim Geschäft mit breitbandigen Multimedia-Anwendungen (u.a. UMTS) hat das renommierte Schweizer Marktforschungsinstitut Prognos gewarnt. Viele Geschäftsmodelle seien "mit der rosaroten Brille" gerechnet worden, sagte Forscher Klaus Schrape bei der Vorstellung der jüngsten Studie "Breitbandige Multimedia-Plattformen im Wettbewerb um die privaten Kunden", die am Donnerstag beim Medienforum im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin vorgestellt wurde.

Während die ADSL-Technik durch die Aufrüstung des Telefonkabels bereits weit vorangeschritten sei, stünden andere Technologien wie der schnelle Internetanschluß über das Kabelnetz, über die Steckdose (Powerline) sowie UMTS noch in der Erprobungsphase. Sie seien zudem teilweise mit derart hohen Investitionskosten verbunden, dass man nach der Refinanzierbarkeit fragen müsse.

Schrape bezeichnete Akzeptanz, Kaufkraft und Zahlungsbereitschaft der potentiellen Nutzer in Deutschland als begrenzt. "Das wird alles andere als ein Selbstläufer", so die Einschätzung des Marktforschers. Die Bevölkerung nehme tendenziell ab, sei überaltert und daher kaum schnell für die neuen Angebote zu begeistern. Hinzu komme die wirtschaftlich angespannte Lage, die von einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit gekennzeichnet sei.

Zudem würden die Ausgaben der privaten Haushalte in Deutschland in den Bereichen Gesundheit, Alterssicherung und Energie erkennbar ansteigen und stünden für eine Umverteilung zugunsten neuer Medienangebote nicht zur Verfügung. Anbieter von neuen Mediendiensten dürften ihre hohen Investitionskosten deshalb nicht über zu erwartende Einnahmen privater Haushalte in anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien rechnen. Schrapes Resümee: "Hierzulande reichen die Einnahmen aus privaten Haushalten zur Refinanzierung der Investitionskosten nicht aus.

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