ZDF ist aus dem Rennen
Neue Aufteilung der Bundesliga-TV-Berichterstattung

Der neuen Aufteilung der Bundesliga- Berichterstattung im Fernsehen steht nichts mehr im Wege: Die ARD fasst die sieben Samstagspiele in der "Sportschau" zusammen, das DSF zeigt einen Tag später die beiden Partien von 19.00 Uhr an. Das ZDF ist aus dem Rennen, weil die beiden Sonntag-Begegnungen weiterhin um 17.30 Uhr angepfiffen werden. Das gab Wilfried Straub, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), am Donnerstag in Stuttgart bekannt.

dpa HANNOVER/STUTTGART. Problematisch an einer Übertragung im DSF ist die geringe Reichweite des Spartenkanals, der nach eigenen Angaben in 91% aller Haushalte zu empfangen ist. Zuschauer, die ihre TV-Programme nur über eine klassische Antenne empfangen, bleiben nach derzeitigem Stand von den Sonntagspielen ausgeschlossen.

Eine offizielle Bestätigung wird für Freitag erwartet. Doch der Rechteinhaber Infront gibt sich weiter zurückhaltend. Es gebe keinen festgelegten Termin für eine Bekanntgabe, hieß es. Zu den Spekulationen über die Rechtevergabe wolle man sich nicht äußern. Straub sagte im Anschluss an eine Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes: "Ein Vertrag mit der ARD ist immer ein besonderes Kunstwerk. Lieber präzise und einen Tag länger, als mit Eile und geschludert." Die DFL, die ein Mitspracherecht bei den TV-Verträgen zwischen Infront und den Sendern hat, geht laut Straub von der ARD/DSF-Aufteilung aus.

"Es ist für den DFB die beste Lösung, wenn es Sonntags bei 17.30 Uhr bleibt", sagte Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. Das Präsidium hatte zuvor zwar mehrheitlich erklärt, dass eine Vorverlegung möglich sei. "Aber es spricht vieles dafür, dass das jetzt obsolet ist." Daher sei auch kein entsprechender Beschluss gefasst worden. Er befürworte eine Aufteilung der Bundesliga zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern.

Das ZDF kommt nicht mehr als TV-Sender für die beiden Partien in Frage, weil es eine Verlegung auf 16.30 Uhr zur Voraussetzung für eine Zusammenfassung in der "Sportreportage" erklärt hatte. Dagegen hatten viele Amateurvereine protestiert. Das DSF bietet dem Vernehmen nach eine Lizenzsumme von knapp zehn Mill.?. Das ZDF soll neun Mill. geboten haben. Dazu kommt ein etwa zehnprozentiger Aufschlag für die Produktionskosten.

Offen ist, ob Sat.1 tatsächlich noch kurzfristig ein neues Angebot abgegeben hat. Der bisherige Bundesligasender hatte sein Interesse an der Highlight-Verwertung der beiden Sonntagspiele und an Live- Übertragungen bekundet. Zusätzliche Live-Spiele wird es nach Angaben von Straub in der kommenden Saison aber nicht geben. Stattdessen darf die ARD zwei Spiele komplett übertragen, darunter am 1. August das Frankfurter Gastspiel bei Bayern München.

Mangels Alternativen gilt es als sicher, dass die ARD den Zuschlag erhält. Die Intendanten der ARD hatten am Dienstag bereits zugestimmt. Im Preis von rund 60 Mill.? sind auch die Nachverwertungsrechte enthalten.

Bei der ARD scheint man sich inzwischen auf Reinhold Beckmann und Gerhard Delling als "Sportschau"-Moderatoren geeinigt zu haben. Bestätigungen gab es dafür aber ebenso wenig wie für andere Details. Die in Köln produzierte Sendung soll nach Informationen aus ARD-Kreisen ohne Studio-Zuschauer auskommen und nur zwei Mal durch jeweils zehn Minuten Werbung unterbrochen werden.

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