ZDF-Mafiasatire"Die Sopranos" schnitt schlecht ab
Emmy: Neue Serien lagen diesmal vorn

dpa LOS ANGELES. Die TV-Serie "The West Wing" um Politik, Affären und Machtkämpfe im Weißen Haus hat fünf und damit die meisten diesjährigen Emmy Awards für Amerikas beste Fernsehserien und-filme erhalten. Sie wurde unter anderem als beste Drama-Serie ausgezeichnet. Die Emmys, die als die Oscars des Fernsehens gelten, wurden in der Nacht zum Montag in Los Angeles in insgesamt 27 Kategorien an Haupt- und Nebendarsteller, Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten verliehen.

Sieger in der wichtigen Kategorie Komödien-Serie wurde "Will & Grace". Die Situationskomödie im Schwulen- und Lesbenmilieu erhielt insgesamt drei Emmys. Altbekannte und auch in den USA immer noch erfolgreiche Serien wie "Friends", "ER" oder "Ally McBeal" gingen dagegen leer aus. Von einem Emmy können die Sender in aller Regel höhere Einschaltquoten und damit höhere Werbe-Einnahmen erwarten. Die Emmy-Show selbst war 1999 auf einem Tiefpunkt des Interesses an gelangt. In diesem Jahr haben sich nach vorläufigen Angaben jedoch weit mehr Zuschauer für die TV-Preise interessiert.

Die "New York Times" hob hervor, dass die 9 500 Mitglieder der Academy of Television Arts and Sciences erstmals neueren Serien den Vorzug vor "Veteranen" gegeben hätten. Überraschend schlecht schnitt die ebenso wie "The West Wing" insgesamt 18 Mal nominierte Mafia- Realsatire "Die Sopranos" ab, die in Deutschland ohne Erfolg beim ZDF lief. Sie erhielt nur einen der begehrten "TV-Oscars". Den bekam James Gandolfini für seine Gestaltung des skrupellosen und zugleich von Ängsten geplagten Mafia-Bosses Tony Soprano.

Die Serie "The West Wing", die sich während des derzeitigen Präsidentschaftswahlkampfes in den USA besonderer Beliebtheit erfreut, erhielt auch einen Preis für das beste Drehbuch und die beste Regie. Regisseur Thomas Schlamme sagte, für ihn habe die Arbeit an so einer politischen Serie besondere Bedeutung, weil seine Eltern als Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland in die USA gekommen seien. Für ihre Rollen in dem White-House-Drama wurden zudem wurden zwei Darsteller der vom Sender NBC produzierten Serie - Allison Janney und Richard Schiff - als beste Nebendarsteller geehrt.

Der Hollywood-Altstar Jack Lemmon konnte seinen Oscars und Golden Globes bei der Gala im Shrine Auditorium von Los Angeles einen weiteren Emmy Award hinzufügen. Er erhielt den Preise für die Hauptrolle in dem ABC-Fernsehfilm "Tuesdays With Morrie". Der 75- Jährige spielt darin einen vom Tod bereits gezeichnet Lehrer, der einem von Karrieresucht zerfressenen ehemaligen Schüler bei der Rückbesinnung auf wirkliche Werte hilft. "Tuesdays With Morrie" wurde als bester TV-Film ausgezeichnet. Lemmons Partner Hank Azaria wurde mit diesem Film bester Nebendarsteller.

Mit großem Beifall bedachten die Zuschauer Michael J. Fox. Er wurde mit einem Emmy als bester Hauptdarsteller einer Komödien-Serie für seine Rolle in "Spin City" geehrt. Der an der Parkinson-Krankheit leidende Fox hatte bereits vor Monaten das Ende seiner Film-Karriere bekannt gegeben. Über einen Emmy konnte sich auch der TV-Moderator David Letterman freuen, dessen Late Show damit zum dritten Mal hintereinander ausgezeichnet wurde. Auch Vanessa Redgrave erhielt einen Emmy: Sie wurde beste Nebendarstellerin mit dem Film "If These Walls Could Talk". Beste Hauptdarstellerin in der Kategorie Drama- Serie wurde Sela Ward mit "Once And Again". Halle Berry erhielt einen Emmy als beste Hauptdarstellerin in der Kategorie Fernsehfilm für ihre Rolle in "Introducing Dorothy Dandridge".

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